Aktuell verzeichnet das Nationale Register für Vermisste Personen (Renaped) in Paraguay 111 Minderjährige, die als vermisst gelten. Dies geht aus offiziellen Daten der Nationalpolizei hervor. Kommissar Ramón Vera von der Abteilung für Suche und Ortung erläuterte, dass das Register, das durch das Gesetz Nr. 7605 eingerichtet wurde und vierteljährlich aktualisiert wird, 28 Fälle von Kindern im Alter von 0 bis 13 Jahren und 83 Fälle von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren umfasst.
Laut polizeilicher Analyse variieren die Hauptursachen je nach Altersgruppe. Bei Jugendlichen handelt es sich überwiegend um freiwillige Fluchten, die auf Rebellion und innerfamiliäre Konflikte zurückzuführen sind. „Die meisten Vermissten sind Jugendliche, was auf die rebellische Phase zurückzuführen ist, die viele in ihren Familien durchleben“, erklärte Vera. Er verwies zudem auf die Verantwortung der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder.
Bei jüngeren Kindern hingegen sind Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen den Eltern die häufigste Ursache. „Die meisten Fälle, mit denen wir es zu tun haben, entstehen durch Probleme im Umgangsrecht der Eltern. Oft verlässt die Mutter mit ihrem minderjährigen Kind das Haus, ohne dass der Vater den Aufenthaltsort kennt“, erklärte der Kommissar. Er betonte, dass diese Situationen in der Regel nicht mit Straßenkriminalität in Verbindung stehen.
Die Behörden weisen darauf hin, wie wichtig es ist, die Rückkehr eines Minderjährigen offiziell zu melden. Wenn ein Kind oder Jugendlicher nach Hause zurückkehrt, muss die Familie die Polizei informieren, um die Vermisstenmeldung durch eine „Ergänzung der Anzeige“ und ein aktuelles Foto offiziell zu schließen. Parallel dazu zeigt die Gesamtbilanz des Renaped positive Ergebnisse bei der Aufklärung: Während insgesamt 364 Personen (einschließlich Erwachsener) als vermisst gelten, konnten bereits 1.393 gefunden werden.
Vera führt einen Teil dieser Erfolge auf die Einführung des sogenannten Mafe-Gesetzes zurück, das vom internationalen Amber-Alarm-System inspiriert ist und die Ortung über die Meta-Plattform ermöglicht. Das Gesetz wurde zum Gedenken an María Fernanda Benítez erlassen, ein Mädchen, das im Mai 2025 verschwand und ermordet wurde. Für Hinweise steht der Polizei eine Notrufnummer zur Verfügung: (0986) 760-083.
