Oscar Antonio González Caballero, ein 57-jähriger paraguayischer Lehrer aus Caaguazú, wurde am Sonntag lebend gerettet, nachdem er zwischen zwei und fünf Tagen im dichten Wald der argentinischen Provinz Misiones vermisst worden war. Der Mann hatte zu Beginn der Woche die Grenze überquert, um eine meteorologische Sonde zu bergen, die in einem akademischen Projekt eingesetzt wurde. Der Peilsender der Sonde hatte ihren Absturz in der ländlichen Gegend von Colonia Delicia angezeigt.
Wie er der Polizei schilderte, übernachtete er zunächst am vermuteten Absturzort, bevor er sich erneut in den Wald begab. Nach etwa 400 Metern, die er sich mit einer Machete einen Pfad bahnte, wurde er von einem großen Tier verfolgt, das er als „Tiger“ beschrieb – eine regionale Bezeichnung für den Jaguar. Bei der Flucht verlor er die Orientierung, sein Handy und eine Taschenlampe.
Trotz fast 20 Jahren Erfahrung in der Wildnis überlebte González, indem er eine Zwei-Liter-Flasche Wasser und ein paar Kekse rationierte und sich an einer Quelle und einem Bachlauf mit Wasser versorgte. Zum Schutz während der Nächte kletterte er auf Bäume, stürzte jedoch und zog sich eine Verletzung im Gesicht sowie Blessuren an den Füßen zu.
Die aufwendige Suche mobilisierte Einsatzkräfte der Polizei von Misiones aus der Regionalstelle III in Eldorado, Mitarbeiter des Unternehmens Arauco sowie Freiwillige. Eine Drohne wurde eingesetzt, um das Gebiet aus der Luft zu erkunden und das Rettungsteam zu leiten.
Nach seiner Auffindung gestaltete sich die Bergung schwierig: Die Retter mussten sich mit ihm stundenlang durch den dichten Wald kämpfen und mit Motorsägen und Macheten einen Weg zur Ruta Provincial 18 freischlagen. Von dort brachte ihn ein Polizeifahrzeug ins Krankenhaus von Colonia Delicia.
Bei seiner Rettung war González bei Bewusstsein und orientiert, allerdings körperlich stark geschwächt durch den Hunger. Er wurde zur Beobachtung stationär aufgenommen und beendete damit eine Zeit großer Sorge für seine Familie.
