Die paraguayische Regierung hat dem Nationalkongress einen Gesetzentwurf vorgelegt, um einen Kredit in Höhe von 286 Millionen US-Dollar von der Japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA) zu genehmigen. Dieser ist für den Bau des Südwestkorridors bestimmt, eines Verkehrsprojekts, das die Departamentos Misiones und Ñeembucú verbinden wird.
Die Ankündigung erfolgte durch Vizepräsident Pedro Alliana und die Ministerin für öffentliche Arbeiten und Kommunikation, Claudia Centurión, gemeinsam mit dem Senatspräsidenten Basilio "Bachi" Núñez. Das Projekt sieht den Bau von 154 Kilometern betonierter Straßen sowie 25 Kilometern städtischer Durchfahrten vor, was insgesamt fast 200 Kilometer neuer Verkehrsinfrastruktur ergibt.
Ministerin Centurión beschrieb die Initiative als strategisch für das Land. Sie sei Teil eines neuen bi-ozeanischen Korridors, der Alto Paraná mit Argentinien und später mit den Häfen am Pazifik verbinden werde. Sie betonte, dass das Projekt die nationale Logistik stärken, die Transportzeiten verkürzen und der historischen Isolation ein Ende setzen werde, der viele Gemeinden im Süden während der Regenzeiten ausgesetzt seien.
Vizepräsident Alliana bezeichnete den Kredit als einen "historischen Tag" für Misiones und Ñeembucú. Er erinnerte daran, dass das Projekt ursprünglich erst 2028 beginnen sollte, aber nach Verhandlungen der paraguayischen Regierung mit Japan vorgezogen wurde. Er bat den Kongress um zügige Genehmigung des Kredits, damit die Bauarbeiten 2027 beginnen können. Die geschätzte Bauzeit beträgt 30 Monate.
Während der Vorstellung kam es zu einer Debatte über die Prioritäten der öffentlichen Verschuldung angesichts der Medikamentenknappheit im Institut für Soziale Vorsorge (IPS) und im Gesundheitsministerium. Auf die Frage nach der Möglichkeit, Staatsanleihen zur Finanzierung von Medikamentenkäufen zu begeben, räumte Alliana ein, dass diese Alternative in Betracht gezogen werden könne. Er sagte: "Es nützt uns nichts, Krankenhäuser einzuweihen und bessere Ausrüstung zu haben, wenn Medikamente fehlen."
Das Bauvorhaben wird die Distrikte Yabebyry, Cerrito, Laureles, Desmochados, Pilar und andere Ortschaften umfassen. Es beinhaltet Entwässerungssysteme, Umgehungsstraßen, Verkehrssicherheitsmaßnahmen und vier neue Brücken, darunter eine 400 Meter lange Brücke über den Fluss Yabebyry.
