Paraguayischer Senator will Lizenzgebühren für Soja begrenzen und 2 % für Forschung und ländliche Straßen verwenden

Der paraguayische Senator Colym Soroka hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der private Lizenzgebühren für Sojasaatgut-Patente begrenzen, Vertragstransparenz vorschreiben und 2 % der Einnahmen für öffentliche Forschung sowie die Instandhaltung ländlicher Straßen verwenden soll. Der Senat wird den Vorschlag in den kommenden Wochen beraten und abstimmen.

Paraguayischer Senator will Lizenzgebühren für Soja begrenzen und 2 % für Forschung und ländliche Straßen verwenden

Der Senator Colym Soroka hat den Senat von Paraguay aufgefordert, innerhalb von drei Wochen über einen Gesetzentwurf zu debattieren, der die Transparenz von Verträgen über landwirtschaftliche Patente erhöhen soll. Der Vorschlag sieht zudem vor, private Lizenzgebühren für Sojasaatgut zu begrenzen und einen Teil der Einnahmen für öffentliche Forschung sowie ländliche Straßen zu verwenden.

Während einer Sondersitzung erklärte Soroka, dass jährlich zwischen 150 und 200 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren für biotechnologische Patente im Sojaanbau das Land verlassen. Diese Zahl wurde als Schätzung präsentiert, ohne dass öffentlich detaillierte Angaben zur Methodik vorlägen. Laut dem Senator fließen die Gelder ab, ohne direkte Investitionen oder Infrastruktur in den Anbauregionen zu fördern.

Der Gesetzentwurf verlangt, dass jeder Vertrag, jede Rechnung oder kommerzielle Abrechnung, die geistige Eigentumsrechte geltend macht, die Registrierungsnummer der Nationalen Direktion für geistiges Eigentum (DINAPI) sowie das Ablaufdatum der Patente angibt. Dokumente ohne diese Angaben wären rechtlich nicht mehr gültig.

Die Vorlage sieht außerdem vor, dass das Recht auf Gebührenerhebung erlischt, wenn das Saatgut seine industrielle Nutzbarkeit – etwa die Resistenz gegen Schädlinge oder Unkraut – vor Ablauf der gesetzlichen Frist von 20 Jahren verliert. Ein weiterer Punkt betrifft das sogenannte Patent-Stacking, bei dem Lizenzen durch geringfügige Änderungen an den Saatgutmerkmalen verlängert werden.

Bei Kontrollen in Häfen, Silos und landwirtschaftlichen Betrieben soll die Überwachung nicht mehr ausschließlich von privaten Unternehmen durchgeführt werden. Stattdessen wären Gutachten von staatlichen Fachteams und öffentlichen Universitäten erforderlich. Zudem soll verhindert werden, dass Unternehmen einseitig Abzüge vom Endpreis der Soja vornehmen.

Der Entwurf sieht zudem einen sozialen Ausgleichsmechanismus vor: 2 % aller im Land erhobenen Lizenzgebühren sollen in die wissenschaftliche Forschung an öffentlichen Universitäten fließen, insbesondere zur Entwicklung lokaler Saatgutsorten, sowie in die Instandhaltung des ländlichen Straßennetzes in den Produktionsgebieten.

Der Vorschlag muss noch im Senat diskutiert und verabschiedet werden. Falls er angenommen wird, könnte er die Dokumentation und Erhebung von Lizenzgebühren für Saatgut durch Produzenten, Biotechnologieunternehmen und Abnehmer verändern und einen Teil der Kontrollen auf öffentliche Institutionen übertragen.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 03.09.2026, 01:00