Paraguayisches Rindfleisch erreicht Rekordpreis nach Marktöffnung in den USA

Der Preis für paraguayisches Rindfleisch hat ein historisches Hoch erreicht, während die USA Importzölle für Hackfleisch aussetzen und damit eine strategische Chance für die Exporte des Landes schaffen.

Paraguayisches Rindfleisch erreicht Rekordpreis nach Marktöffnung in den USA

Der Preis für paraguayisches Schlachtvieh hat am 11. August mit 5,30 US-Dollar pro Kilogramm Schlachtkörpergewicht einen neuen historischen Rekord erreicht, wie aus dem Bericht von FaxCarne hervorgeht. Der aktuelle Kurs übersteigt die Werte der Vorwochen und setzt einen Aufwärtstrend fort, der seit Mitte des vergangenen Jahres anhält.

Der Preisanstieg im Jahresvergleich ist deutlich: Der aktuelle Wert liegt erheblich über dem Referenzwert von vor dreizehn Monaten. Auch kurzfristig zeigt sich eine Beschleunigung, mit einem spürbaren Anstieg zwischen Mitte Juli und Mitte August.

Parallel dazu hat US-Präsident Donald Trump eine vorübergehende Aussetzung der Importzölle für bis zu 300.000 Tonnen Hackfleisch für die nächsten 90 Tage angekündigt. Die Maßnahme soll das Angebot erhöhen und den Preisanstieg auf dem US-Binnenmarkt dämpfen.

Für Paraguay ist diese Entscheidung besonders relevant. Laut José Carlos Martin Camperchioli, Präsident des Nationalen Dienstes für Tiergesundheit und -qualität (Senacsa), fällt fast das gesamte Fleisch, das das Land in die USA exportiert, in die Kategorie „Hackfleisch“. Die USA sind nach dem Free-On-Board-Wert (FOB) der drittwichtigste Abnehmer für paraguayisches Rindfleisch und der größte Käufer für nicht essbare tierische Nebenprodukte.

Vertreter der Branche bewerten die Maßnahme als Chance für den lokalen Markt. Daniel Burt, Geschäftsführer der Paraguayanischen Fleischkammer, bezeichnete die Nachricht als positiv und betonte, dass die Marktöffnung mit einem historisch hohen Preisniveau und einer gestiegenen regionalen Nachfrage nach tierischem Eiweiß zusammenfalle.

Der Preisanstieg ist nicht auf Paraguay beschränkt. Auch der durchschnittliche Preis für Jungbullen im Mercosur ist gestiegen, wobei Paraguay über dem regionalen Durchschnitt liegt. Uruguay und Argentinien – letzteres in der Kategorie Exportfleisch für die Europäische Union – verzeichneten höhere Preise als Paraguay, während Brasilien in seinen wichtigsten Exportbundesstaaten einen niedrigeren Durchschnittswert aufwies.

Dieses Szenario hoher Preise in Kombination mit der neuen Handelsmöglichkeit in den USA versetzt die paraguayische Fleischproduktion in eine strategisch günstige Lage und könnte die internationale Nachfrage nach ihren Erzeugnissen weiter stärken.

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Quellen (5)

Aktualisiert: 22.08.2026, 01:00