Paraguays Präsident Santiago Peña erklärte in einem Interview mit dem staatlichen Sender Paraguaya TV, er verfolge regelmäßig die Inhalte ausländischer digitaler Influencer, die im Land leben, und bestritt, dass diese vom Staat bezahlt würden. Peña betonte, viele dieser Content-Creator machten in ihren Beiträgen deutlich, dass sie keine finanziellen Verbindungen zu paraguayischen Behörden hätten.
„Ich folge mehreren digitalen Nomaden und Influencern, und einige von ihnen sagen: ‚Hört auf zu behaupten, ich würde vom Staat bezahlt – ich kenne niemanden in der Regierung. Wenn jemand mich bezahlen will, soll er mich ansprechen‘“, sagte der Präsident. Er hob hervor, dass Paraguay für Berufstätige, die ortsunabhängig arbeiten, attraktiver geworden sei, und verwies auf einen Anstieg der Aufenthaltsanträge von Ausländern um fast 70 Prozent in diesem Jahr, wie Daten der Migrationsbehörde zeigen.
Peña nannte zudem Initiativen wie das „Golden Visa“, das Investoren die Visumsvergabe erleichtert, sowie Infrastrukturprojekte wie die biozeanische Route und Brücken in Carmelo Peralta und Pozo Hondo. Zur Sicherheitslage räumte er ein, dass das Land weiterhin Herausforderungen habe, verwies aber auf Investitionen in die Nationale Polizei, darunter die Anschaffung von über 600 Fahrzeugen und die Ausbildung von jährlich 5.000 neuen Beamten.
Trotz Peñas Aussagen belegen offizielle Dokumente, dass seine Regierung über die Stiftung Parque Tecnológico Itaipu (PTI-PY) rund 1,5 Millionen US-Dollar für Werbekampagnen und die Beauftragung von Influencern eingeplant hat. Die Mittel, die in Ausschreibungen des Ministeriums für Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic) vorgesehen sind, sollen zwischen Mai 2026 und März 2027 eingesetzt werden – ein Zeitraum, der mit den Kommunalwahlen zusammenfällt.
In einem weiteren Interview erklärte Peña, er würde ohne Zögern ein Familienmitglied in der Sozialversicherungsanstalt (IPS) behandeln lassen, trotz Kritik an der Verwaltung der Einrichtung. „Wenn es ein Versicherter ist, natürlich“, antwortete er auf die Frage nach der Situation des IPS, das gegen ehemalige Präsidenten ermittelt. Der Präsident räumte ein, dass die Probleme des IPS historisch bedingt seien, und unterstützte die von Isaías Fretes, dem aktuellen Präsidenten der Anstalt, geleitete Reform.
Zu seiner Beziehung zum ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes vermied Peña eine direkte Stellungnahme zu einer möglichen Senatskandidatur Cartes’ im Jahr 2028, betonte jedoch, dieser habe „alle Freiheiten“, sich zu bewerben. Peña schloss zudem aus, nach seiner Amtszeit 2028 selbst für einen Sitz im Parlament zu kandidieren. „Ich werde mich dem Partido Colorado widmen, aber aktuell liegt mein Fokus darauf, meine Amtszeit zu beenden“, erklärte er.
