IPS beschließt digitalen Zensus für Rentner – während Krankenhauskrise und Lohnkonflikte mit Pflegekräften die Institution belasten

Während das paraguayische IPS einen digitalen Zensus für Rentner einführt, kämpft die Institution mit einer Krise: Die Bauarbeiten für modulare Operationssäle im Zentralkrankenhaus stocken trotz millionenschwerer Zahlungen und laufender Gerichtsverfahren. Zudem erhalten 569 Pflegekräfte weniger als den gesetzlichen Mindestlohn.

IPS beschließt digitalen Zensus für Rentner – während Krankenhauskrise und Lohnkonflikte mit Pflegekräften die Institution belasten

Das paraguayische Institut für Sozialvorsorge (IPS) hat einen verpflichtenden digitalen Zensus für seine 90.855 Rentner und Pensionsempfänger beschlossen. Das vollständig online durchgeführte Verfahren, das für das IPS keine Kosten verursacht, soll Kontaktdaten, Adressen und Familienverhältnisse aktualisieren – wie es das Gesetz 430/73 vorschreibt. Der Zensus läuft in drei Phasen ab: eine Pilotphase vom 24. bis 28. August, technische Anpassungen vom 31. August bis 6. September und die Hauptphase vom 7. September bis 7. Dezember. Ursprünglich sollte die Teilnahme Voraussetzung für die Auszahlung der jährlichen Sonderzahlung (Aguinaldo) sein, doch nach Diskussionen entschied man sich für einen begleitenden Ansatz ohne Zwang. Unterstützung vor Ort wird an 73 IPS-Standorten angeboten.

Parallel dazu eskaliert eine schwere Krise um den Kauf modularer Operationssäle für das IPS-Zentralkrankenhaus. Die Staatsanwaltschaft unter Leitung von Staatsanwalt Julio Ortiz inspizierte die Baustelle, um den Stillstand der Arbeiten und die Lieferungen im Rahmen des Vertrags mit dem Unternehmen Neighpart S.A. zu überprüfen. Der Auftrag war 2020 für umgerechnet rund 53 Milliarden Guaraníes vergeben und später durch Zusatzvereinbarungen erweitert worden. Die Inspektion bestätigte, dass die Bauarbeiten vollständig ruhen und das Unternehmen hauptsächlich Klimaanlagen, nicht jedoch die vollständige Infrastruktur der Operationssäle geliefert hat. Ein zentrales Problem: Der geplante Standort im siebten Stock des Gebäudes ist nicht tragfähig genug für das Gewicht der Geräte. Eine Alternative im Innenhof würde die Verlegung bestehender Magnetresonanztomographen erfordern, was Kosten von etwa 750.000 US-Dollar verursachen würde.

Neun ehemalige IPS-Mitarbeiter, darunter die Ex-Präsidenten Vicente Bataglia und Jorge Brítez, wurden wegen Untreue angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, durch Zahlungen ohne entsprechende Fortschritte bei den Bauarbeiten einen finanziellen Schaden verursacht zu haben. Das IPS hat bereits 35,657 Milliarden Guaraníes (58 % des Vertragsvolumens) an Neighpart überwiesen. Ein Richter ordnete die vorläufige Beschlagnahmung von Vermögenswerten der Beschuldigten an.

Der amtierende IPS-Präsident Isaías Fretes kündigte die Einrichtung eines technischen Gremiums an, dem Experten des IPS, der Staatsanwaltschaft, des Betreibers der Magnetresonanztomographen und der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Nationalen Universität Asunción (UNA) angehören sollen. Ziel ist es, die Machbarkeit einer Fortführung des Projekts zu prüfen. Fretes betonte jedoch, dass das IPS „keinen weiteren Guaraní“ in den Vertrag investieren werde.

In einer Sitzung des IPS-Rats wurde zudem ein schwerwiegendes Problem offengelegt: 569 angestellte Pflegekräfte erhalten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Gleichzeitig verzeichnen kritische Bereiche wie Intensivmedizin, Herzchirurgie und Neonatologie eine hohe Fluktuation, da die schlechte Bezahlung zu monatlichen Kündigungswellen führt. Dies verschärft den Personalmangel in der Institution zusätzlich.

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Quellen (16)

Aktualisiert: 15.08.2026, 01:00