Paraguays Senat untersucht Monopolstellung der Ueno Bank bei IPS-Krediten

Der Senat Paraguays prüft, ob das Instituto de Previsión Social (IPS) Versicherte, Rentner und Pensionäre dazu verpflichtet, Konten bei der Ueno Bank zu eröffnen, um Kredite zu erhalten. Hintergrund ist der Vorwurf einer möglichen Monopolstellung und der Konzentration von umgerechnet 863 Millionen US-Dollar an Staatsgeldern bei der Bank.

Paraguays Senat untersucht Monopolstellung der Ueno Bank bei IPS-Krediten

Der Senat Paraguays hat eine Untersuchung eingeleitet, um eine mögliche Monopolstellung der Ueno Bank bei der Vergabe von Krediten des Instituto de Previsión Social (IPS) zu prüfen. Das IPS verwaltet die gesetzliche Sozialversicherung des Landes. Zwei Anfragen des Senators Rafael Filizzola (Partido Democrático Progresista) fordern die Zentralbank Paraguays (BCP) und das IPS auf, Verträge und Regelungen offenzulegen, die Versicherte, Rentner und Pensionäre dazu verpflichten, Konten bei der Privatbank zu eröffnen, um ihre Kredite zu erhalten.

Filizzola kritisiert die Konzentration öffentlicher Mittel bei der Ueno Bank, die 2024 die Geschäfte der Visión Banco übernommen hat. Laut Angaben des Senators verwaltet die Bank rund 5,1 Billionen Guaraníes (863 Millionen US-Dollar) an staatlichen und sozialversicherungsrechtlichen Geldern – mehr als das Doppelte ihres Eigenkapitals und das Vierfache ihres eingezahlten Kapitals. Davon hält das IPS 2,2 Billionen Guaraníes (356 Millionen US-Dollar) in Einlagenzertifikaten, Wertpapieren und liquiden Mitteln.

Das Kreditvolumen des IPS liegt jährlich zwischen 1,6 und 2,1 Billionen Guaraníes (263 bis 345 Millionen US-Dollar). Filizzola argumentiert, dass die Bedingung, ein Konto bei der Ueno Bank zu eröffnen, die Wahlfreiheit der Nutzer einschränkt und das IPS zu einem „Kundenwerber“ für die Privatbank macht. „Das IPS existiert nicht, um Kunden für eine Bank zu gewinnen“, schrieb er auf X.

Die Anfragen verlangen vollständige Kopien der Verträge zwischen dem IPS und der Ueno Bank (sowie deren Vorgängerin, der Visión Banco) sowie statistische Daten seit 2020 zu genehmigten Krediten, Durchschnittsbeträgen und im Zuge des Verfahrens eröffneten Konten. Die Zentralbank soll klären, ob das paraguayische Zahlungssystem (SIPAP) technisch in der Lage ist, direkte Überweisungen zwischen Banken ohne zwischengeschaltete Institute abzuwickeln, und ob die aktuelle Praxis gegen Verbraucherschutzbestimmungen verstößt.

Das IPS und die Zentralbank haben 15 Tage Zeit für eine Stellungnahme. Sollte sich die Pflicht zur Kontoeröffnung bestätigen, könnte dies eine unzulässige Lenkung öffentlicher Gelder darstellen, die den Wettbewerb im Bankensektor und die Rechte der Leistungsempfänger beeinträchtigt. In einem Video auf sozialen Medien bezeichnete Filizzola die Situation als „systematische Konzentration von Sozialversicherungsgeldern bei einem einzigen Finanzinstitut“.

Veröffentlichung des Senators auf X.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 27.08.2026, 00:19