Solvenzquote der Ueno Bank könnte bei Abzug verbundener Beteiligungen von 12,4 auf 6,12 Prozent sinken

Die Solvenzquote der Ueno Bank könnte Ende 2025 von 12,4 auf etwa 6,12 Prozent sinken, wenn die in UPay und Wepa investierten 876,7 Milliarden Guaraní abgezogen würden – unter das gesetzliche Minimum von 8 Prozent für Kernkapital.

Solvenzquote der Ueno Bank könnte bei Abzug verbundener Beteiligungen von 12,4 auf 6,12 Prozent sinken

Die Solvenzquote der Ueno Bank könnte zum Jahresende 2025 von 12,4 auf etwa 6,12 Prozent sinken, wenn die Investitionen in zwei verbundene Unternehmen gemäß Gesetz Nr. 861/96, dem paraguayischen Allgemeinen Bankengesetz, vom Kernkapital abgezogen würden. Die geschätzte Quote läge damit unter dem gesetzlichen Mindestwert von 8 Prozent für Kernkapital.

Zu diesem Ergebnis führt ein Abgleich der Finanzberichte der Bank mit Angaben aus einem im März 2026 bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Angebotsmemorandum für Anleger. Darin gab die Ueno Bank eine Beteiligung von 86,02 Prozent an der Red Digital de Procesamiento SA, bekannt als UPay, über Investitionen von 640,469 Milliarden Guaraní (rund 106 Millionen US-Dollar) an. Außerdem nannte sie eine Beteiligung von 72,12 Prozent an der Red Digital SA, bekannt als Wepa, im Wert von 236,231 Milliarden Guaraní (40 Millionen US-Dollar).

Beide Beteiligungen überschreiten die gesetzlich vorgesehene Schwelle von 51 Prozent für die Einstufung als Tochterunternehmen. Nach dieser Regel müssen Investitionen in kontrollierte Unternehmen vom Kernkapital abgezogen werden, das zur Berechnung des anrechenbaren Eigenkapitals dient. Zusammengenommen belaufen sich die Werte auf 876,7 Milliarden Guaraní (146 Millionen US-Dollar).

In der lokalen Bilanz für Dezember 2025 stufte die Bank die Mittel jedoch als „Minderheitsbeteiligung“ und als „unwiderrufliche Einlagen für künftige Kapitalisierungen“ ein, ohne den Anteil der Stammaktien näher aufzuschlüsseln. Diese Darstellung verhindert laut der von ABC Color veröffentlichten Analyse, dass der Grad der gesellschaftsrechtlichen Kontrolle unmittelbar anhand der lokalen Abschlüsse bestätigt werden kann. Die Behauptung, es habe eine Verschleierung gegeben und die Aufsichtsbehörden hätten Anpassungen verlangen müssen, wurde in dem verfügbaren Material nicht unabhängig durch andere Quellen bestätigt.

Bei einem Abzug der 876,7 Milliarden Guaraní würde das von der Bank ausgewiesene Kernkapital von 1,73 Billionen Guaraní auf 853,806 Milliarden Guaraní sinken. Bei risikogewichteten Aktiva und Eventualverbindlichkeiten von mehr als 13 Billionen Guaraní läge die geschätzte Quote bei etwa 6,12 Prozent und damit unter den für Kernkapital vorgeschriebenen 8 Prozent. Das Gesetz legt außerdem ein kombiniertes Verhältnis von Kern- und Ergänzungskapital zwischen 12 und 14 Prozent fest.

Der Fall betrifft auch den Kapitalmarkt. Die Ueno Bank gibt vor Ort Anleihen aus, und die Vorschriften verlangen die Mitteilung wesentlicher Tatsachen, die die Vermögenslage eines Emittenten erheblich beeinflussen können. In dem analysierten Material heißt es, die Investitionen in UPay und Wepa seien der Nationalen Wertpapierkommission, deren Struktur heute in die Zentralbank von Paraguay integriert ist, nicht in dieser Form mitgeteilt worden.

Die Ueno Bank wird von der Grupo Vázquez SAE kontrolliert, deren Vorsitzender Federico Miguel Vázquez ist. Das Institut zählt außerdem zu den wichtigsten Einwerbern öffentlicher Mittel und von Mitteln des Instituto de Previsión Social (IPS), der paraguayischen Sozialversicherungs- und öffentlichen Gesundheitsinstitution, mit bis Juli aufgelaufenen 863 Millionen US-Dollar, wie aus der zitierten Erhebung hervorgeht. Die Abweichung zwischen der veröffentlichten Quote und der Berechnung unter Berücksichtigung der verbundenen Beteiligungen rückt die Einstufung der Investitionen durch die Bank und den Umgang der Bankenaufsicht mit diesen Einlagen in den Fokus.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (1)

Aktualisiert: 31.08.2026, 01:00