Der Präsident des Instituto de Previsión Social (IPS), Isaías Fretes, erklärte am Dienstag im Senat, dass die Institution die schlimmste Finanzkrise ihrer Geschichte durchlebe und stellte unmissverständlich klar: "Wir wollen Geld. Ich weiß nicht woher, aber Geld." Die Erklärung erfolgte während seiner Anhörung vor Senatsausschüssen zur Lage der paraguayischen Sozialversicherung.
Fretes erläuterte, dass sein Technikerteam nach seiner dreimonatigen Amtszeit eine Finanzrestrukturierung entwickelt habe, die es der Institution ermöglichen werde, ihren Betrieb bis Februar 2027 aufrechtzuerhalten, ohne die Rentenfonds zu beeinträchtigen oder neue Schulden aufzunehmen. Der Plan sieht die Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten in langfristige Finanzierungen vor, wodurch monatlich etwa 105 Milliarden Guaranís freigesetzt werden, die vorrangig für den Medikamentenkauf verwendet werden sollen.
Der IPS-Chef garantierte, dass die Regale der Institution binnen 15 bis 22 Tagen mit Medikamenten gefüllt sein werden, sofern die Prognosen eintreffen. Er betonte, dass bereits Vereinbarungen mit der Pharmaindustrie zur Normalisierung der Lieferungen getroffen worden seien.
Allerdings warnte Fretes vor der nächsten Herausforderung: einer schweren Personal-Krise, die den IPS im September treffen werde. "Das Dringlichste im September wird das Personal sein. Schwer, schlimm, furchtbar", prognostizierte er und führte einen Teil des Problems auf die im Gesundheitssystem eingeführte Reduzierung der Arbeitszeit zurück.
Während der Anhörung im Senat schloss Wirtschaftsminister Óscar Lovera die Emission von Anleihen in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zur Deckung der historischen Staatsschuld gegenüber dem IPS aus, die auf über 300 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Lovera erklärte, die Regierung halte diese Alternative derzeit für nicht tragfähig und begleite die von der aktuellen IPS-Führung vorgeschlagenen Finanzrestrukturierungsmaßnahmen.
Der Finanzausschuss des Senats lehnte zwei Gesetzentwürfe ab, die den Notstand im IPS erklären und die Anleiheemission genehmigen wollten. Stattdessen gewann der Vorschlag an Unterstützung, die bestehenden Schulden umzustrukturieren, indem kurzfristige Verpflichtungen durch langfristige Finanzierungen mit verstärkten Kontrollen ersetzt werden.
Der nationale Direktor für öffentliche Beschaffung, Agustín Encina, warnte, dass eine Notstandserklärung ohne angemessene Kontrollen Raum für Einkäufe außerhalb der üblichen Aufsichtsmechanismen schaffen könnte. Fretes stimmte der Notwendigkeit zu, die Kontrollen beizubehalten, und erklärte: "Ich muss auf mein Image achten und brauche diesen Kontrollmechanismus."
