Der paraguayische Wertpapiermarkt schloss das erste Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Anstieg bei der Anzahl der Anleger, dem Volumen der verwahrten Vermögenswerte und der direkten Unternehmensfinanzierung ab. Laut Daten der paraguayischen Wertpapiersammelbank (Caja de Valores del Paraguay, Cavapy) beliefen sich die verwahrten Vermögenswerte auf 6,592 Mrd. US-Dollar – ein Zuwachs von 25 % seit Jahresbeginn.
Davon entfielen 5,559 Mrd. US-Dollar auf elektronische Wertpapiere wie Aktien und Anleihen, die an der Börse von Asunción (BVA) gehandelt werden, während 1,033 Mrd. US-Dollar auf physische Titel entfielen, vor allem Spardepotzertifikate (CDA) und Schuldscheine. Die elektronische Verwahrung stieg im Halbjahr um 26 %, die physische um 21 %.
Das System verzeichnete 45.761 Anlegerkonten, wobei allein in den ersten sechs Monaten 5.500 neue Teilnehmer hinzukamen. Die aktiven Konten summierten sich auf 64.143, und das Volumen der abgewickelten Geschäfte erreichte 16.076 mit durchschnittlich 132 Transaktionen pro Tag. Der Juni war der umsatzstärkste Monat mit abgewickelten Geschäften im Wert von 661 Mio. US-Dollar.
Marcelo Prono, Geschäftsführer der Cavapy, betonte, dass die Infrastruktur der Institution auf bis zu 30.000 Transaktionen pro Tag ausgelegt sei – deutlich mehr als das aktuelle Volumen. „Die Herausforderung besteht nun darin, die Beteiligung zu erhöhen und den Markt zu vertiefen“, erklärte er. Zudem hob er hervor, dass die im Januar abgeschlossene Einführung des Montran-Systems die Aufgabentrennung zur BVA konsolidiert und die Abwicklungsprozesse standardisiert habe.
Im ersten Halbjahr wurden 151 Serien von Primäremissionen mit einem Gesamtvolumen von 625 Mio. US-Dollar registriert, an denen 47 Emittenten beteiligt waren. Der Mai war mit 155 Mio. US-Dollar der stärkste Monat. 78 % der Emissionen erfolgten in Guaraní, was die Aufwertung der Landeswährung und die verringerte Liquidität in nationaler Währung widerspiegelt. Insgesamt sind noch Emissionsprogramme und -serien im Wert von 1,007 Mrd. US-Dollar registriert, von denen 62 % bereits platziert wurden.
Für das zweite Halbjahr plant die Cavapy die Anbindung an das Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (LBTR) der paraguayischen Zentralbank (BCP) sowie die Entwicklung neuer Produkte, darunter ein standardisiertes Instrument zur Wechselkursabsicherung. „Die Wechselkursschwankungen stellen ein relevantes Risiko dar, und wir erhalten viele Anfragen von Marktteilnehmern“, erläuterte Prono. Die Erwartung ist, dem Regulierungsorgan bis Oktober einen Vorschlag zu unterbreiten, damit das Produkt Anfang 2027 verfügbar sein kann.
Weitere Initiativen umfassen die Entwicklung von APIs zur Prozessautomatisierung und die Integration mit internationalen Verwahrstellen über das SWIFT-Nachrichtensystem. Die Cavapy arbeitet zudem an einer Überarbeitung der immobilisierten CDA, ergänzend zu den traditionellen CDA.
