Die Abgeordnetenkammer Paraguays hat die Debatte über eine Zeitumstellung wieder aufgenommen und prüft die Rückkehr zum saisonalen Zeitplan – mit einer Sommer- und einer Winterzeit – angesichts der niedrigen Nachttemperaturen und der späten Sonnenaufgänge, die gegen 7:30 oder 7:40 Uhr morgens stattfinden.
Der von Abgeordneten Édgar Olmedo (ANR) vorangetragene Gesetzentwurf sieht die Aufhebung des Gesetzes über die einheitliche Zeit und die Wiederkehr der Zeitumstellungen vor: die Uhr soll am ersten Sonntag im Oktober eine Stunde vorgestellt und am vierten Sonntag im März eine Stunde zurückgestellt werden. Dadurch würde Paraguay im Sommer wieder der Zeitzone UTC-3 und im Winter der Zeitzone UTC-4 angehören.
Der Abgeordnete hält die dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit für „praktisch unmöglich" und argumentiert, dass sie Sicherheit, Wirtschaft und Gesundheit schädige. Tausende Kinder und Jugendliche gingen in der Dunkelheit zur Schule, Bauarbeiter verlören täglich etwa eine Arbeitsstunde, und Händler auf städtischen Märkten vermelden einen Kundenrückgang, da Kunden um 7 Uhr wegen der Dunkelheit nicht erscheinen.
Olmedo verwies zudem auf die Auswirkungen auf den ländlichen Raum, wo es an effizienten öffentlichen Verkehrsmitteln, Sicherheit und ang Straßenbeleuchtung mangle. Zudem brachte er den Anstieg von Atemwegserkrankungen mit der Kälteexposition in den frühen Morgenstunden in Verbindung, die durch die Defizite des Staates bei den Grundverschörgerungen verschärft werde.
Der Abgeordnete teilte mit, dass er vor der Behandlung des Gesetzentwurfs bei Bildungs- und Wirtschaftsberichte anfordern werde, um den Vorschlag technisch zu untermauern. Es wird erwartet, dass der Gegenstand in den kommenden Wochen erneut im Plenum behandelt wird.
Die Initiative, die bereits früher vorgelegt worden war und auf Eis gelegen hatte, spaltet die Meinungen: Die einen vertreten die Auffassung, dass die einheitliche Zeit Stabilität bringt und den Alltag vereinfacht, während die anderen argumentieren, dass eine Rückkehr zur Winterzeit es ermögliche, den Tagesablauf besser an das natürliche Licht anzupassen. Derzeit sind im Kongress zwei Gesetzentwürme zu diesem Thema in Aussprache – einer von Olmedo in der Abgeordnetenkammer und einer von Senatorin Blanca Ovelar im Senat.
