Der paraguayische Präsident Santiago Peña nahm am Dienstag an der Vereidigungszeremonie von Keiko Fujimori als neue Präsidentin Perus in Lima teil, wo er die bilateralen Beziehungen stärkte und eine größere regionale Integration befürwortete. Während eines Treffens im Palacio de Torre Tagle, dem Sitz des peruanischen Außenministeriums, erörterten die beiden Staatschefs die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Handel und Infrastruktur.
Peña hob die historische Gelegenheit hervor, die Beziehungen zwischen Paraguay und Peru zu beleben, Länder, die zwar bescheidene Handelsbeziehungen unterhalten, aber über Wachstumspotenzial verfügen. Der paraguayische Präsident erwähnte die Bedeutung des Biozcanischen Korridors für die Anbindung der paraguayischen Produktion an die peruanischen Pazifikhäfen Ilo und Matarani, um den Zugang zu den Märkten des Pazifikbündnisses zu erleichtern.
Im Sicherheitsbereich warnte Peña, dass die transnationale organisierte Kriminalität eine regionale Bedrohung darstelle, die eine Koordination zwischen den Regierungen erfordere. "Organisierte Kriminalität bekämpft man mit organisierten Regierungen, mit organisierten Nationen", erklärte er und verriet, dass der paraguayische Innenminister Enrique Riera bereits Gespräche mit den neuen peruanischen Behörden zur Etablierung gemeinsamer Strategien aufgenommen habe.
Beide Länder vereinbarten, das Wirtschaftliche Ergänzungsabkommen Nr. 58 im Rahmen der Lateinamerikanischen Integrationsassociation (ALADI) zu vertiefen, indem sie regulatorische und zolltarifliche Rahmenbedingungen aktualisieren, um den Handelsaustausch zu erweitern. Die paraguayische Delegation umfasste auch den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Raúl Latorre, und den Außenminister Rubén Ramírez Lezcano.
Keiko Fujimori, die ihr Amt nach einem Wahlsieg mit knappem Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen antritt, ist die zweite Frau, die Peru präsidiert, und die politische Erbin des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Ihre Regierung hat versprochen, die Sicherheitskrise zu bekämpfen, die die Zahl der Morde im Land von 1.000 im Jahr 2018 auf 2.600 im Jahr 2025 ansteigen ließ.
Nach der Zeremonie in Peru reist Peña weiter nach Quito, Ecuador, wo er sich mit Präsident Daniel Noboa treffen wird, um Kooperationsvereinbarungen in den Bereichen Sicherheit und Justiz zu besprechen.
