Das Nationale Einheitsregister (RUN, Registro Único Nacional) verlangt nun, dass Eigentumstitel georeferenzierte Pläne enthalten müssen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Registrierungsdokumentation mit dem genauen physischen Standort der Immobilie zu verknüpfen. Laut Mercedes Vera, der Generaldirektorin für Kataster und Immobilienregistrierung des RUN, ist das Ziel, Immobilienbetrug zu reduzieren und die Rechtssicherheit zu stärken.
Das System, das im Januar 2026 in Betrieb ging, nachdem Präsident Santiago Peña das Gesetz 7424/25 in Kraft gesetzt hatte, vereinheitlichte die Generaldirektion der Öffentlichen Register, den Nationalen Katasterdienst (Servicio Nacional de Catastro, SNC) und die Abteilung für Vermessung und Geodäsie des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC). Vera erklärte, die Integration ermögliche eine effektivere Kontrolle, da nun überprüft werden könne, ob die Immobilie tatsächlich am im Titel angegebenen Ort existiert.
Die in den Artikeln 179 und 180 des Gesetzes festgelegte Pflicht zur Georeferenzierung verlangt, dass der Eigentümer einen berechtigten Vermesser oder Geodäten beauftragt, den Plan zu erstellen, der auch von einem Notar unterzeichnet werden muss. Das Dokument wird dann dem RUN vorgelegt, um in das Katasterkarte aufgenommen zu werden. Die Direktorin betonte, dass der RUN diese Pläne nicht ausstellt, sondern nur prüft und in das System integriert.
Bei Fällen, in denen Titel sich auf dasselbe Grundstück überlappen, klärte Vera auf, dass die Zuständigkeit zur Lösung des Konflikts ausschließlich bei der Justiz liegt. Die Rolle des RUN besteht darin, die Eigentümer über die festgestellte Unstimmigkeit zu informieren. Die Entscheidung darüber, welcher Titel das bessere Recht hat, obliegt einem Gericht, basierend auf dem Alter der Eintragung.
Um Betrug vorzubeugen, wird empfohlen, dass Käufer und Verkäufer vor jeder Transaktion stets die offiziellen Auskünfte des RUN anfordern und auf berechtigte Notare zurückgreifen, deren Liste auf der Website des Obersten Gerichtshofs (Corte Suprema de Justicia) verfügbar ist. Vera warnte, dass viele Betrugsfälle mit gefälschten Dokumenten oder Personen vorkämen, die sich als Notare ausgeben, ohne dazu autorisiert zu sein.
Die Direktorin hob auch den Unterschied zwischen einem privaten Vertrag und einem gültigen Eigentumstitel hervor und erinnerte daran, dass nur die im Grundbuch eingetragene öffentliche Urkunde das rechtmäßige Eigentum verleiht. Mit dem neuen Gesetz ist die Georeferenzierung zu einem verpflichtenden Schritt für diese Eintragung geworden.
