Bei einer Operation in der ländlichen Siedlung Umbú nahe Capitán Bado im Departamento Amambay beschlagnahmten Beamte der Nationalen Antidrogenbehörde (Senad) 5.967 Kilogramm Marihuana und zerstörten acht geheime Lager. Zudem wurden fünf Hektar Anbaufläche vernichtet, deren Ertrag auf etwa 15 Tonnen geschätzt wurde.
Laut Angaben der Einsatzkräfte waren 751 Kilogramm zu 945 Pressblöcken verarbeitet, während weitere 5.216 Kilogramm aus zerkleinerter Marihuana bestanden, die für die Weiterverarbeitung und den Vertrieb bereitstand. Zusätzlich wurden Eisenpressen, Guillotinen, Waagen, Sämaschinen, Sprühgeräte, hydraulische Wagenheber, Siebe sowie ein Motorrad der Marke Honda mit brasilianischem Kennzeichen sichergestellt.
Ein 16-jähriger Jugendlicher wurde am Einsatzort festgenommen. Die Operation wurde von der Regionalstelle der Senad in Pedro Juan Caballero koordiniert. Der Antidrogenstaatsanwalt des Departamento Amambay, Celso Morales, erklärte, der Fall bestätige Ermittlungserkenntnisse, wonach Drogenhändlerringe Minderjährige für die Verarbeitung, den Vertrieb und die Bewachung rekrutieren.
Die Behörden überstellten den Jugendlichen an die zuständigen Stellen und das Jugendgericht, um Schutz und eine multidisziplinäre Betreuung zu gewährleisten. Die Identität des Minderjährigen wurde nicht bekanntgegeben.
Die Beamten fanden verschiedene Pressformen und Logos auf den Verpackungen. Ermittler vermuten, dass die Markierungen auf unterschiedliche Abnehmer oder Vertriebswege hindeuten könnten, möglicherweise mit Zielrichtung brasilianischer Markt. Diese Annahme ist jedoch noch nicht gerichtlich bestätigt.
In einer separaten Aktion am Flughafen Silvio Pettirossi entdeckten Senad-Beamte mit Hilfe von Spürhunden 13 Kilogramm hochwertiger Marihuana („VIP“) in einer Sendung aus den USA. Die Droge war in 37 Pakete aufgeteilt, in einem Motorradständer versteckt und in geruchshemmende Beutel verpackt.
Die Sendung wurde im Justizpalast in Anwesenheit des Staatsanwalts Christian Ortiz geöffnet. Die Senad teilte mit, sie habe die Profilanalyse und Kontrolle von Lieferungen verstärkt, nachdem kürzlich Versuche festgestellt worden waren, solche Rauschmittel ins Land zu bringen.
