Vergleich von Meta in den USA befeuert Debatte über digitalen Jugendschutz in Paraguay

Der fast 17 Milliarden US-Dollar schwere Vergleich von Meta in den USA mit Einschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Jugendliche hat in Paraguay die Diskussion über den digitalen Schutz von Minderjährigen neu entfacht. Experte Miguel Ángel Gaspar fordert neue Gesetze, strengere Kontrollen und mehr elterliche Verantwortung.

Vergleich von Meta in den USA befeuert Debatte über digitalen Jugendschutz in Paraguay

Meta hat zugestimmt, fast 17 Milliarden US-Dollar zu zahlen und neue Beschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Jugendliche in den USA einzuführen. Damit endet der zentrale Teil eines Verfahrens wegen angeblicher Suchtgefahren und gesundheitlicher Schäden für Minderjährige. Zu den Maßnahmen gehören ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden, ein nächtlicher Sperrzeitraum zwischen Mitternacht und 6 Uhr sowie ein Verbot der Nutzung während der Nacht.

Der Vergleich hat in Paraguay die Debatte über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Plattformen neu entfacht. Miguel Ángel Gaspar, Experte für Cybersicherheit und digitale Gesundheit sowie Leiter des Netzwerks Ciberpadres Latinoamérica, betonte, dass Instagram und Facebook für ein Geschäftsmodell konzipiert wurden, das auf Erwachsene abzielt. Dazu gehören Mechanismen wie endloses Scrollen, aufdringliche Werbung und die Sammlung von Verhaltensdaten.

„Wenn Ihr Kind unter 16 Jahre alt ist, tun Sie alles, um es von diesen Plattformen fernzuhalten“, sagte Gaspar im Interview mit dem Radiosender Monumental 1080 AM. Seiner Ansicht nach sollten Konten von Minderjährigen verpflichtend mit denen der Eltern verknüpft sein, die für Vorgänge auf diesen Profilen verantwortlich wären. Ciberpadres engagiert sich in der Prävention und Betreuung von Fällen wie Internetsucht, Cybermobbing, Sexting, Grooming und digitaler Verfolgung.

Der Experte wies darauf hin, dass der US-Vergleich zwar ein Präzedenzfall über die direkt beteiligten Bundesstaaten hinaus schaffen könnte, aber nicht automatisch für paraguayische Nutzer gelte. Um ähnliche Beschränkungen einzuführen, bräuchte Paraguay eine gesetzliche Grundlage, die Plattformen zur Anpassung ihrer Systeme verpflichtet, sowie Behörden, die die Einhaltung überwachen können.

Gaspar verwies auf Maßnahmen in Brasilien, darunter eine Strafe von 30 Millionen US-Dollar gegen Meta und geforderte Änderungen nach Einschränkungen für die Handynutzung in Klassenzimmern. Er sprach sich zudem für eine Begrenzung der Datensammlung bei Minderjährigen und eine stärkere Verantwortung der Eltern bei der Verwaltung der Konten aus.

In Paraguay tritt das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten erst im November 2027 in Kraft, wie Gaspar erläuterte. Er kritisierte, dass die Inkraftsetzung mit der Vorlage der Ausführungsbestimmungen zusammenfällt, und forderte ein Cybersicherheitsgesetz sowie die Aktualisierung eines 2016 erarbeiteten Entwurfs zum Schutz von Kindern im Internet.

Parallel dazu wird im Kongress ein Vorschlag diskutiert, Handys aus Klassenzimmern zu verbannen. Gaspar betonte, dass das Land ein konsistentes Bündel an Gesetzen benötige – nicht nur ein Dekret oder eine Einzelregelung –, um den Widerstand der Unternehmen zu überwinden und wirksame Grenzen durchzusetzen.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (2)

Aktualisiert: 28.08.2026, 01:00