Paraguayische Regierung passt Haushalt 2026 an – Moody's warnt vor schrumpfendem fiskalischen Spielraum

Die paraguayische Regierung ändert den Haushalt 2026 um etwa 55 Millionen US-Dollar, während Moody's auf sinkende Staatseinnahmen und steigende Pflichtausgaben hinweist, die den fiskalischen Handlungsspielraum des Landes verringern.

Paraguayische Regierung passt Haushalt 2026 an – Moody's warnt vor schrumpfendem fiskalischen Spielraum

Die paraguayische Exekutive hat weitere Anpassungen am Staatshaushalt (OGN) für 2026 in Höhe von 330.177 Millionen Guaraní – etwa 55 Millionen US-Dollar – genehmigt. Die Änderungen wurden per Dekret umgesetzt und umfassen eine Erhöhung von 39.099 Millionen Guaraní für das Ministerium für soziale Entwicklung, die für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden bestimmt sind.

Weitere Anpassungen betreffen 2.007,8 Millionen Guaraní, die für Bauprojekte der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (ANDE) umgewidmet wurden, sowie eine Umschichtung von 130.416,6 Millionen Guaraní zur Deckung der Gehälter des Personals im Gesundheitsministerium. Zudem wurden 158.442 Millionen Guaraní für die Nationale Zementindustrie für Dienstleistungen, Verbrauchsgüter und Sachinvestitionen bereitgestellt.

Bis Juli wurden bereits 47 % des Haushalts 2026 in Höhe von 84 Billionen Guaraní – dem derzeit gültigen Betrag – ausgegeben. Dieser Wert liegt 5 % über dem ursprünglich vom Kongress beschlossenen Volumen, was sowohl auf gesetzliche Erhöhungen als auch auf Dekrete der Exekutive zurückzuführen ist.

Gleichzeitig analysiert ein neuer Bericht der Ratingagentur Moody's die fiskalische Lage Paraguays. Die Studie, die 18 Länder Lateinamerikas vergleicht, stellt fest, dass Paraguay eine der sparsamsten öffentlichen Ausgabenstrukturen der Region aufweist: Zwischen 2021 und 2025 lagen die Staatsausgaben bei 17 bis 18 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), was der Haushaltsstabilität zugutekommt.

Allerdings warnt die Analyse vor einem strukturellen Problem: der geringen Einnahmekraft des Staates. Gleichzeitig ist ein wachsender Anteil des Haushalts bereits durch starre Ausgaben wie Beamtengehälter, Subventionen und Transferleistungen gebunden, die von etwa 13 % des BIP im Jahr 2019 auf rund 14 % im Jahr 2024 gestiegen sind. Diese Kombination verringert den fiskalischen Spielraum der Regierung, um auf Krisen zu reagieren oder die öffentlichen Investitionen aufrechtzuerhalten, die im gleichen Zeitraum um etwa einen Prozentpunkt des BIP gesunken sind.

Moody's bestätigt, dass Paraguay weiterhin Stärken aufweist, darunter eine relativ niedrige Staatsverschuldung, die für 2025 auf etwa 41 % des BIP prognostiziert wird, sowie die Einhaltung des Gesetzes über fiskalische Verantwortung. Diese Faktoren stützen die Kreditwürdigkeit des Landes im Investment-Grade-Bereich (Baa3) mit stabiler Perspektive. Die Agentur zählt Paraguay sogar zu den Ländern der Region, die externe Schocks am besten abfedern können.

Dennoch zeigt die Bewertung ein zentrales Dilemma auf: Ein Staat, der wenig ausgibt und eine kontrollierte Verschuldung aufweist, aber gleichzeitig weniger einnimmt, sieht seinen Handlungsspielraum schwinden, je mehr die Pflichtausgaben steigen. Die Abhängigkeit der Wirtschaft von anfälligen Sektoren wie der Landwirtschaft und der Wasserkraft unterstreicht die Notwendigkeit, die Einnahmekraft zu stärken, um Mittel für Notfälle und zukünftige Investitionen zu sichern.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 19.08.2026, 01:00