Der Senat von Paraguay hat eine Erklärung verabschiedet, in der er den Innenminister Enrique Riera auffordert, die Umstände des Todes von Federick Nahuel Cáceres Sosa (22) während einer Polizeioperation in Alberdi aufzuklären. Die Gesetzgeber stufen den Vorfall als möglichen Fall von "Gatillo fácil" (unverhältnismäßiger Schusswaffengebrauch) ein.
Der Senator Carlos Núñez Agüero von der regierenden Partido Colorado übte die schärfste Kritik und erklärte, Riera betreibe durch die Konzentration der Macht innerhalb der Policía Nacional (Nationalpolizei) eine "Militarisierung Paraguays". Er machte den Minister für den Verfall der Sicherheitslage verantwortlich und warnte, die Regierungspartei könne politische Kosten tragen, wenn die Führung der Polizei nicht korrigiert werde. Núñez kritisierte zudem den Umzug des Comandancia de la Policía Nacional (Hauptquartiers der Nationalpolizei) in das Gebäude in Puertos und argumentierte, dass der Kommandant César Roberto Silguero Lobos dadurch Autorität an den Minister verloren habe.
Der Senator Ever Villalba von der oppositionellen PLRA unterstützte die Erklärung und betonte, dass der Tod eines Bürgers durch Polizeihand nicht normalisiert werden dürfe. Er wies darauf hin, dass das Opfer nach ersten Erkenntnissen unbewaffnet gewesen sei und der Einsatz eine große Anzahl von Beamten umfasste, was auf die Notwendigkeit einer Überprüfung der Einsatzprotokolle hindeute.
Der Senator Mario Varela, ebenfalls von der Partido Colorado, erklärte, der Senat könne angesichts einer Anschuldigung dieser Schwere nicht gleichgültig bleiben. Er sagte, auch wenn man nicht vorschnell verurteilen dürfe, sei es die Pflicht des Staates, genau zu untersuchen, was geschehen sei, um die Legitimität und das Vertrauen in die Polizei zu bewahren.
Die vom Plenum des Senats verabschiedete Erklärung ersucht das Ministerio del Interior (Innenministerium) formell, das Vorgehen transparent zu untersuchen, um festzustellen, ob exzessive Gewalt angewendet wurde und die Wiederholung ähnlicher Fälle zu verhindern.
