Senatoren kritisieren Regierung nach Angriff auf Polizeistation in Canindeyú

Bei einem Angriff, den Paraguays Regierung der EPP und verbündeten kriminellen Gruppen zuschreibt, wurden drei Menschen an einem Polizeiposten getötet. Der Fall legte Geheimdienstversäumnisse offen und löste politische Kritik sowie Änderungen der Sicherheitsstrategie aus.

Senatoren kritisieren Regierung nach Angriff auf Polizeistation in Canindeyú
KI-generierte Illustration.

Ein bewaffneter Angriff auf einen Polizeiposten in der Siedlung Naranjito, Bezirk Ybyrarobaná, im Departement Canindeyú, forderte das Leben von zwei Korporalen der Nationalpolizei und einem Zivilangestellten und hinterließ einen verletzten Beamten. Der Angriff, der am Dienstagabend stattfand, wurde von einer geschätzten Gruppe von 20 bis 30 schwer bewaffneten Männern ausgeführt, die die schlecht ausgestattete Polizeieinrichtung nach dem Beschuss in Brand setzten.

Der Innenminister Enrique Riera schrieb die Urheberschaft des Angriffs der selbsternannten Paraguayischen Volksarmee (EPP) zu, basierend auf ballistischen Untersuchungen, die eine der verwendeten Waffen mit einem früheren Angriff auf eine Polizeistation in Ybyrarobaná im Mai 2025 verbinden, der ebenfalls der Gruppe zugeschrieben wird. Allerdings deuten Behörden auch an, dass die EPP nicht allein handelte und möglicherweise andere kriminelle Gruppen der Region, die in Aktivitäten wie Drogenhandel verwickelt sind, anwarb oder sich mit ihnen verbündete.

Der Kommandeur des Kommandos für Innere Verteidigungsoperationen (CODI), Alberto García Gaona, räumte ein, dass die Sicherheitskräfte vor dem Angriff keinerlei Geheimdienstinformationen erhalten hatten und von der Aktion überrascht wurden. Die militärische Reaktion erfolgte erst nach einer direkten Unterstützungsanfrage der Nationalpolizei.

Senatoren verschiedener Parteien, einschließlich der Opposition und dissidenter Colorados, äußerten scharfe Kritik an der Regierung und bezeichneten den Vorfall als deutliches Zeichen für das Vordringen der organisierten Kriminalität und die Schwäche des Sicherheitssystems. Senator Éver Villalba (PLRA) ging sogar so weit, angebliche Korruptionsabsprachen zwischen Polizeisektoren und kriminellen Organisationen zur Erhebung monatlicher Abgaben anzuprangern.

Als Reaktion darauf kündigte der Nationale Verteidigungsrat (CODENA) die Entsendung weiterer Militärtruppen in die Region und eine Neubewertung der Sicherheitsstrategie an. Innenminister Riera erklärte, dass schlecht ausgestattete Polizeiposten geschlossen und die Beamten in besser ausgerüsteten Polizeistationen zusammengezogen werden, um die Exposition von kleinen, schlecht bewaffneten Kontingenten zu vermeiden.

Der Senat plant, den Innen- und den Verteidigungsminister für eine nicht-öffentliche Sitzung in der ersten Augustwoche einzuberufen, um die Lage zu bewerten und legislative sowie haushaltspolitische Maßnahmen zur Stärkung der inneren Sicherheit zu erörtern.

Quellen (16)

Aktualisiert: 24.07.2026, 13:56