Der Senatspräsident Basilio „Bachi" Núñez (ANR, HC) und der Fraktionsvorsitzende der Cartistas im Oberhaus, Natalicio Chase (ANR, HC), haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Befugnisse des Rechnungshofs (Contraloría General de la República, CGR) erweitern soll, um Behörden und Einrichtungen, die die Transparenzvorschriften des Gesetzes Nr. 5189/2014 missachten, mit Geldstrafen belegen, gerichtlich zu verfolgen und gerichtlich in Anspruch zu nehmen.
Den Verfassern des Entwurfs zufolge sieht die geltung Rechtsvorschrift eine Geldstrafe von 180 Tageslöhnen – was einem Betrag von über 21 Millionen Guaraníes entspricht – für Leiter öffentlicher Behörden und Bürgermeister vor, die es versäumen, monatlich die Gehaltslisten ihrer Bediensteten zu veröffentlichen. In der Praxis werden diese Sanktionen jedoch bislang nicht durchgesetzt. Der Gesetzentwurf ändert die Artikel 8 und 9 des Gesetzes dahingehend, dass ein Verstoß einen vollstreckungsfähigen Titel begründet und somit ein gerichtliches Verfahren auf Grundlage des Zivilprozessrechts ermöglicht.
Darüber hinaus ermächtigt die Initiative den Rechnungshof, mit dem Wirtschaftsministerium Vereinbarungen zur Einziehung der Geldstrafen zu schließen, und legt fest, dass die Zahlungspflicht den Leitern derjenigen Behörden oder öffentlichen Einrichtungen obliegt, die ihrer Offenlegungspflicht nicht nachkommen.
Das Vorhaben wurde im Mai eingereicht, kam in den Ausschüssen jedoch nicht voran. Es wurde an den Verfassungsausschuss, den Ausschuss für Nationale Verteidigung und Sicherheitskräfte sowie an den Ausschuss für Gesetzgebung, Kodifikation, Justiz und Arbeit überwiesen.
Der Entwurf steht im Kontext einer Debatte über die Rolle des Rechnungshofs, der derzeit von Generalrechnungsprüfer Camilo Benítez geleitet wird. Die Opposition vertritt die Auffassung, dass die Finanzkontrollbehörde außerhalb der Einflussmöglichkeiten der Regierungspartei liegen müsse, um ein Gleichgewicht der Gewährleisten zu können. Kritiker werfen Benítez vor, als politisches Instrument der Cartistas zu fungieren und als „Drosselvorrichtung" gegen politische Gegner sowie als „Rettungsring" für Verbündete eingesetzt zu werden.
Gleichzeitig unterstützen die Cartistas, dass Dutzende kommunaler Verwaltungen sowohl der Regierungspartei als auch der Opposition ihre Rechnungslegung dem Tribunal de Cuentas (Rechnungshof für Kommunalkonten) vorlegen können, anstatt sie der Kontrolle des Rechnungshofs (CGR) zu unterwerfen. Ein Gesetzentwurf, der diese Situation hätte umkehren sollen, wurde von der Cartista-Fraktion selbst blockiert.
