Das Zahlungssystem Paraguays verzeichnete ein historisches Wachstum, wobei die über das Sistema de Pagos del Paraguay (SIPAP) abgewickelten Überweisungen sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelten. Im Juli wurden 64,3 Millionen Transaktionen verarbeitet – doppelt so viele wie im gleichen Monat des Vorjahres – vor allem dank der massenhaften Nutzung von Sofortüberweisungen.
Laut einer Analyse der Beratungsfirma Mentu, basierend auf offiziellen Daten, belief sich das im Juli bewegte Gesamtvolumen auf 85,7 Billionen Guaraní, was etwa 14 Milliarden US-Dollar entspricht. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich die Überweisungen auf 525 Billionen Guaraní, was einem jährlichen Wachstum von 22,5 % entspricht. Dies spiegelt nicht nur mehr Transaktionen wider, sondern auch höhere Durchschnittsbeträge pro Überweisung.
Haupttreiber dieses Anstiegs ist das Sistema de Pagos Instantáneos (SPI), das Überweisungen rund um die Uhr, an jedem Tag der Woche ermöglicht. Dieser Mechanismus ist für fast das gesamte Wachstum des Transaktionsvolumens verantwortlich und hat sich zum bevorzugten Instrument für alltägliche Geldtransfers entwickelt.
Die Ausweitung des SPI wurde in diesem Jahr durch die Entscheidung beschleunigt, das Limit für Sofortüberweisungen auf bis zu 10 Millionen Guaraní pro Transaktion anzuheben. Diese Maßnahme erweiterte deutlich die Bandbreite der Zahlungen, die in Echtzeit abgewickelt werden können, und beschleunigte die Abwanderung von traditionellen Kanälen hin zu digitalen Plattformen.
Neben den Zahlen spiegelt das Phänomen auch einen kulturellen Wandel wider, wie die Paraguayer ihr Geld verwalten. Digitale Überweisungen sind von einer Alternative zur gängigen Praxis geworden – sowohl für private als auch für geschäftliche Zahlungen. Die Schnelligkeit, die ständige Verfügbarkeit und die einfache Handhabung verändern die Finanzgewohnheiten tausender Nutzer.
Das Wachstum stärkt zudem den Prozess der finanziellen Inklusion im Land. Immer mehr Menschen nutzen Bankkonten, digitale Geldbörsen und mobile Apps für Transaktionen, die früher Bargeld oder physische Anwesenheit erforderten. Dies trägt zu einer formaleren Wirtschaft bei, mit besserer Nachverfolgbarkeit und geringeren Transaktionskosten.
Finanzielle Inklusion ist ein irreführender Begriff. Bargeld schließt fast niemanden aus; „finanzielle Inklusion“ bedeutet meist die Einbindung ins Bankensystem.
