Staatsanwaltschaft legt im Fall A Ultranza Py 2.000 Chats von Marset und Tío Rico vor

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um den Fall A Ultranza Py mehr als 2.000 Chats von Sebastián Marset und Miguel Ángel „Tío Rico“ Insfrán vorgelegt. Unterdessen dokumentieren von der US-Staatsanwaltschaft veröffentlichte Unterlagen Kontakte zwischen Marset und einem DEA-Agenten vor seiner Festnahme in Bolivien.

Staatsanwaltschaft legt im Fall A Ultranza Py 2.000 Chats von Marset und Tío Rico vor

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um den Fall A Ultranza Py mehr als 2.000 verschlüsselte Nachrichten der Plattform Sky ECC vorgelegt, die Sebastián Marset und Miguel Ángel Insfrán, bekannt als „Tío Rico“, zugeschrieben werden. Die Dialoge sind Teil der Beweisaufnahme gegen Insfrán und 17 weitere Angeklagte wegen Drogenhandels, Geldwäsche und krimineller Vereinigung.

Unter den von Staatsanwalt Deny Yoon Pak vorgelesenen Gesprächen befindet sich eine Nachricht vom 14. September 2020, in der Marset fragt, wie man „einen Körper verschwinden lassen kann, den ich habe“. In den Abschriften werden außerdem Kalk und Säure erwähnt. Die Anklage behandelt den Inhalt als Bestandteil des Verfahrens; die Nachricht allein belegt jedoch weder, dass ein Tötungsdelikt stattgefunden hat, noch dass der Plan umgesetzt wurde.

Die Chats konzentrieren sich auf den Zeitraum von 2019 bis 2020 und dokumentieren nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Koordinierung von Drogentransporten zwischen Bolivien, Paraguay, Uruguay und Europa. Die Abschriften sollen außerdem Hinweise auf eine mögliche Beteiligung von Beamten der Nationalpolizei und des Nationalen Sekretariats für Drogenbekämpfung (Senad) enthalten, einer paraguayischen Institution zur Bekämpfung des Drogenhandels. Dieser Teil des Materials soll in einer anderen Phase des Prozesses vorgelegt werden.

Das Verfahren läuft vor dem spezialisierten Spruchkörper für Wirtschaftsdelikte, organisierte Kriminalität und Korruption. Den Vorsitz führt María Luz Martínez; dem Gremium gehören außerdem die Richterinnen und Richter Dina Marchuk und Federico Rojas an. Marset sitzt in Haft und ist in den Vereinigten Staaten in einem Bundesstrafverfahren angeklagt, während Insfrán zu den Angeklagten im paraguayischen Prozess gehört.

In einem davon getrennten Vorgang dokumentieren von der US-Staatsanwaltschaft veröffentlichte Unterlagen einen Austausch zwischen Marset und Michael Greisen, einem Special Agent der Drug Enforcement Administration (DEA), fast ein Jahr vor der Festnahme des Uruguayers in Bolivien. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft nahm Greisen am 26. März 2025 über WhatsApp Kontakt auf, teilte mit, dass die Behörden weiter nach Marset suchen würden, und bot eine ausgehandelte Lösung an.

Marset soll darauf herausfordernd geantwortet haben: „Sie werden mich niemals festnehmen“, „Gerechtigkeit gibt es nicht“ und „Ich bin viel intelligenter als die gesamte DEA zusammen“. Die US-Staatsanwaltschaft erklärte außerdem, der Agent habe nach einer Lösung gesucht, um größere Folgen für Marsets familiäres Umfeld zu vermeiden. Die Sky-ECC-Chats und die US-Unterlagen gehören zu unterschiedlichen Verfahren und müssen in den jeweiligen Gerichtsakten bewertet werden.

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Quellen (1)

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