Die Stadt Lambaré durchlebt eine der schlimmsten urbanen Krisen der letzten Jahre, mit zerstörten Straßen, häufig überschwemmten Vierteln und einer wachsenden Empörung der Bevölkerung über den Mangel an grundlegenden Dienstleistungen. Die Gemeinde hat den Straßen- und Umweltnotstand ausgerufen, doch die Lage bleibt kritisch, was zu einem starken Verschleiß der aktuellen Verwaltung und dem Druck nach Veränderung bei den Kommunalwahlen am 7. Juni führt.
Der derzeitige Bürgermeister, Rosa Agustín Guido González Dans von der Bewegung Honor Colorado, strebt mit Unterstützung des regierungsnahen Apparats seine Wiederwahl an. Seine Verwaltung wird jedoch heftig dafür kritisiert, die historischen Probleme der Stadt nicht lösen zu können, zudem gibt es Fragen zur Haushaltsführung und mangelnder Transparenz bei Verträgen und öffentlichen Bauvorhaben.
Im parteiinternen Wettstreit der Colorado-Partei sticht die Kandidatur der Stadträtin Carolina González hervor, der Ehefrau des ehemaligen Abgeordneten Orlando Arévalo. Beide sehen sich mit Geldwäschevorwürfen konfrontiert, was dem Wahlkampf eine kontroverse Komponente verleiht. Carolina wird zudem für die mutmaßliche politische Nutzung kommunaler Strukturen und dafür kritisiert, traditionelle Praktiken des offiziellen Lagers zu vertreten, obwohl sie versucht, sich als Alternative innerhalb der Partei zu positionieren.
Der Oviedista Aarón Ruiz Díaz tritt für die Bewegung Éticos Republicanos zur Bürgermeisterwahl an, während Cynthia Cantero für die Bewegung Universitario Estudiantil ANR kandidiert. In der Partido Liberal Radical Auténtico (PLRA) bewerben sich drei Stadträte – Nelson Medina, Eduardo Molinas und Jonatan Mendieta – um das Amt und versuchen, aus der Abnutzung des offiziellen Lagers und der Unzufriedenheit in der Bevölkerung Kapital zu schlagen. Mendieta wird von Senator Dionisio Amarilla unterstützt und tritt für die Bewegung Diálogo Azul an.
Neben den traditionellen Kandidaturen hat der sogenannte „dritte Raum“ Celso Núñez, Journalist und Anwalt, als einzigen Kandidaten einer Allianz aus dreizehn politischen Parteien aufgestellt. Núñez kritisiert die 40-jährige Stagnation der Stadt unter denselben Machtgruppen und schlägt ein gemeinsames Projekt vor, um dem offiziellen Colorado-Lager entgegenzutreten, wobei er den Mangel an kommunaler Infrastruktur trotz privater Investitionen hervorhebt.
Der Wahlkampf findet in einem Klima sozialer Frustration statt, in dem viele Einwohner betonen, dass Versprechungen nicht mehr ausreichen, und konkrete sowie sofortige Lösungen für die Probleme in den Bereichen Infrastruktur, Beleuchtung, Transport und Abfallwirtschaft fordern. Der künftige Bürgermeister wird vor der Herausforderung stehen, eine Stadt in einer finanziellen und administrativen Krise zu verwalten und zudem das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.