Der Bürgermeister von Asunción, Luis Bello, ersetzte kurzfristig den Direktor für Städtische Dienste, Víctor Basualdo, nachdem ein Ultimatum der Gewerkschaft und starke politische Ablehnung aufgrund der Vorstrafen des Beamten laut geworden waren. Der Wechsel wurde am Donnerstag bekannt gegeben, nur wenige Stunden nach der umstrittenen Ernennung.
Basualdo hatte das Amt am Mittwoch übernommen, doch die Personalie wurde umgehend vom Sindicato de Obreros y Empleados de la Municipalidad de Asunción (Sinoema) angefochten. Der Generalsekretär der Gewerkschaft, Julio Fernández, erklärte, man habe Bello bis Donnerstagmittag Zeit gegeben, die Ernennung zurückzunehmen – andernfalls drohe die Einstellung der städtischen Reinigungsdienste.
Hauptstreitpunkt war Basualdos strafrechtliche Verurteilung. 2024 war er zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, nachdem er sich als Mittäter der Untreue und Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig bekannt hatte. Das Urteil stand im Zusammenhang mit seiner Beteiligung an einem Korruptionsskandal in der Verwaltung des Departamento Central während der Amtszeit des ehemaligen Gouverneurs Hugo Javier, bei dem über 18,3 Milliarden Guaraníes veruntreut worden waren.
Laut Fernández habe Bello in einem Telefonat eingeräumt, er habe „leider die Vorstrafen der benannten Person nicht geprüft“ und sich verpflichtet, die Situation noch am Vormittag zu klären. Auch der Stadtrat hatte Basualdo aufgefordert, sich innerhalb einer Woche vor den Ratsmitgliedern zu verantworten.
Als Nachfolger bestimmte Bello den Juristen Carlos Reyes Ruiz, der bisher als Direktor für Institutionelle Beziehungen und Externe Zusammenarbeit der Stadtverwaltung tätig war. Reyes Ruiz ist auf Arbeitsrecht spezialisiert und verfügt über Erfahrung im öffentlichen Dienst, unter anderem als Leiter der Rechtsabteilung der Universidad Autónoma del Sur (UNASUR) und als Direktor für Arbeitsrisiken beim Instituto de Previsión Social (IPS).
Die Krise in der Direktion für Städtische Dienste fällt in eine Phase operativer Probleme bei der Müllabfuhr in der Hauptstadt. Die Gewerkschaft berichtete, dass die Fahrzeugflotte zwar fast vollständig einsatzbereit sei, der Dienst jedoch zuletzt wegen ausbleibender Kraftstofflieferungen beeinträchtigt worden sei – bedingt durch Zahlungsverzögerungen gegenüber dem Lieferanten.
Der rasche Kurswechsel erfolgte nur einen Tag nach der ursprünglichen Ernennung Basualdos, die einen Skandal ausgelöst hatte und den Bürgermeister zwang, angesichts des Drucks von Beschäftigten und Kommunalpolitikern öffentlich zurückzurudern.
