Ein von der Anwältin Rosa Vacchetta vorgestellter Bürgervorschlag sieht vor, die Bäche Ferreira und Mburicaó in Asunción mit linearen Parks, Radwegen, begrünten Gehwegen und Sozialwohnungen wiederherzustellen. Die Initiative veranschlagt 24 Kilometer öffentliche Flächen entlang der beiden Gewässer – sieben Kilometer am Ferreira und 17 Kilometer am Mburicaó, dessen Länge im selben Vorschlag mit mehr als 16 Kilometern angegeben wird. Diese Abmessungen, Streckenführungen und Merkmale sind Bestandteile von Vacchettas Vorschlag und kein verabschiedeter Regierungsplan.
Genutzt werden sollen die im Wasserressourcengesetz vorgesehenen Uferstreifen entlang öffentlicher Gewässer mit fünf Metern auf jeder Uferseite. Der Entwurf sieht 1,80 Meter für den Radweg und 3,20 Meter für Gehwege, einheimische Bepflanzung und städtische Ausstattung vor. Die Umsetzung könnte am Ferreira beginnen, von der Quelle in der Gegend von Ana Díaz über San Vicente, Obrero, Roberto L. Petit und Santa Ana bis zur Costanera Sur – in miteinander verbundenen Etappen. Eine mögliche Beteiligung des Ministeriums für Urbanismus, Wohnungswesen und Habitat (MUVH) sowie des Ministeriums für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC) ist ebenfalls Teil des Vorschlags.
Neben der geringeren Überschwemmungsgefahr soll der Vorschlag alternative Wege für nicht motorisierte Fortbewegung schaffen. Der Verkehr nach Asunción und aus der Stadt heraus konzentriert sich auf sechs Hauptstraßen, die als überlastet beschrieben werden. Da die Gewässer diese Verkehrsachsen durchqueren, könnten ihre Ufer Korridore für Fahrräder und Fußgänger bilden und einen Teil der Engpässe im Straßennetz entlasten.
Asunción verfügt über 25 Wassereinzugsgebiete, 17 davon im Stadtgebiet. Nach der Darstellung sind jedoch nur vier Bäche noch sichtbar und in ihrem Verlauf weitgehend unverändert. Bebauung über den Bachbetten und die Überdeckung natürlicher Abschnitte erschweren die Entwässerung; bei starkem Regen tritt das Wasser auf Straßen über, die über kanalisierten oder überdeckten Bereichen angelegt wurden.
Nach Vacchettas Einschätzung ist der Ferreira der Bach mit dem zweithöchsten Abfluss der Hauptstadt und weist häufige Überflutungen und Erdrutsche auf. Sie führt die erhöhte Fließgeschwindigkeit und mögliche Schäden an Brücken auf die Kanalisierung und Einengung des oberen Abschnitts zurück. Nach Vacchettas Einschätzung weist der Mburicaó, der durch mehrere Stadtviertel fließt, im Unterlauf des Einzugsgebiets die größte direkte Einleitung industrieller und häuslicher Verschmutzung in den Paraguay-Fluss auf. Für diese Aussagen liegt im verfügbaren Material keine unabhängige Bestätigung vor.
Vacchetta erklärte außerdem, dass die Empresa de Servicios Sanitarios del Paraguay (Essap), der staatliche Betreiber für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, unbehandelte Abwässer in die Bäche einleite. Der vorliegende Interviewauszug ist unvollständig; eine unabhängige Bestätigung dieser Anschuldigung liegt nicht vor.
Die Entfernung von Wohnhäusern an den Ufern ist eines der Hindernisse für das Projekt. Vacchetta befürwortet Wohngebäude in der unmittelbaren Umgebung, statt die Familien in weit entfernte Randgebiete ohne ausreichenden Zugang zu Arbeitsplätzen, Schulen und Gesundheitsdiensten umzusiedeln. Die Module könnten bis zu hundert Familien aufnehmen; beteiligt werden könnten die im Vorschlag genannten Ministerien.
