Paraguays Innenminister: EPP soll besiegt, entführte und weiterhin vermisste Personen bis zum Ende der Amtszeit gefunden werden

Paraguays Innenminister Enrique Riera erklärte, die bewaffnete Gruppe EPP solle bis zum Ende seiner Amtszeit besiegt und die drei entführten und weiterhin vermissten Personen — Edelio Morínigo, Félix Urbieta und Ex-Vizepräsident Óscar Denis — gefunden werden. Der frühere Innenminister Francisco de Vargas warnt hingegen, die Gruppe verfüge weiterhin über operative Fähigkeiten und fordert eine Verstärkung der Sicherheitskräfte.

Paraguays Innenminister: EPP soll besiegt, entführte und weiterhin vermisste Personen bis zum Ende der Amtszeit gefunden werden

Paraguays Innenminister Enrique Riera erklärte, seine Amtszeit ende mit der Zerschlagung der bewaffneten Gruppe Ejército del Pueblo Paraguayo (EPP) und der Auffindung der drei entführten und weiterhin vermissten Personen: des Unteroffiziers Edelio Morínigo, des Viehzüchters Félix Urbieta und des ehemaligen Vizepräsidenten Óscar Denis. In einem Interview mit Radio 650 AM sagte Riera, die Sicherheitskräfte stünden kurz vor der Festnahme von EPP-Mitgliedern und verfügten über vertrauliche Informationen zum Aufenthaltsort der Gruppe. Diese Angaben stammen von Riera und sind nicht unabhängig bestätigt.

„Wir haben seit einiger Zeit ausreichend Erkenntnisse, um ihre Bewegungen zu kontrollieren. Das ist mein Ziel, und ich habe es den Familien der Entführten versprochen“, sagte Riera. Er erklärte außerdem, Mitglieder des mit dem EPP verbundenen Clans Villalba seien 2024 nach dem Verlust ihres Flüchtlingsstatus aus Argentinien geflohen und hielten sich derzeit in Venezuela auf. Nach Rieras Angaben verfügten die Clanmitglieder über Informationen zu den Vermissten. „Die Villalba-Frauen wissen, wo sie sind, aber die Lage in Venezuela erschwert es, Kanäle zu finden, um sie nach Paraguay zu bringen. Wir haben sie bereits dreimal lokalisiert, und auch die zweite Gruppe, die im Dschungel operiert, weiß Bescheid. Wir gehen davon aus, dass eine Festnahme möglich ist“, erklärte er.

Die Äußerungen erfolgten an dem Tag, an dem Paraguay des zehnten Jahrestags des Massakers von Arroyito gedachte, eines der gewalttätigsten Anschläge, die dem EPP zugeschrieben werden. Am 27. August 2016 wurden acht Soldaten des Kommandos für innere Verteidigungsoperationen (Comando de Operaciones de Defensa Interna, CODI) in der Region Concepción in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Der frühere Innenminister Francisco de Vargas, der das Amt damals innehatte, warnte, die Gruppe verfüge noch immer über operative Fähigkeiten und längere Phasen ohne Angriffe könnten ein trügerisches Sicherheitsgefühl erzeugen.

„Solange das EPP nicht zerschlagen ist, werden die Anschläge weitergehen. Die Sicherheitskräfte dürfen sich nicht in Sicherheit wiegen, selbst nach langen Zeiträumen ohne Vorfälle“, sagte De Vargas in einem Interview mit Radio 1020 AM. Er forderte mehr Investitionen in Technologie und Ausbildung für die Sicherheitsbehörden sowie die dauerhafte Einrichtung von Einheiten wie dem CODI und der Gemeinsamen Taskforce (Fuerza de Tarea Conjunta, FTC), die für Operationen gegen die organisierte Kriminalität im Norden des Landes zuständig ist.

Der Gegensatz zwischen den Aussagen ist deutlich: Riera verspricht, den EPP zu besiegen, während De Vargas davor warnt, dass die Gruppe ihre operative Fähigkeit bewahrt. Als politische Konsequenz fordert De Vargas weitere Investitionen in Technologie und Ausbildung sowie die dauerhafte Beibehaltung des CODI und der FTC. Dem EPP werden zahlreiche Entführungen und Anschläge im Norden Paraguays zur Last gelegt, wo die Gruppe weiterhin Einfluss ausübt. Morínigo wurde im Juli 2014 entführt, während Urbieta und Denis 2016 beziehungsweise 2020 verschwanden. Die Familien haben bis heute keine Informationen über deren Verbleib.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 28.08.2026, 01:00