Warnung vor massenhaftem Kauf von Stiften mit versteckten Kameras zur Aufnahme von Stimmen in Paraguay

Kurz vor den kommunalen Vorwahlen in Paraguay wurden Berichte über den mutmaßlichen Massenkauf von Kugelschreibern mit versteckten Kameras laut, die dazu verwendet werden könnten, Stimmabgaben in der Wahlkabine aufzuzeichnen – eine nach paraguayischem Recht verbotene Praxis.

Wenige Stunden vor den für diesen Sonntag geplanten kommunalen Vorwahlen wurden Berichte über den mutmaßlichen Massenankauf von Geräten mit versteckten Kameras laut, die dazu verwendet werden könnten, die Stimmabgabe in der Wahlkabine aufzuzeichnen – eine nach paraguayischem Recht ausdrücklich verbotene Praxis.

Berichten zufolge handelt es sich um Kugelschreiber, die mit Minikameras ausgestattet sind, die Bilder aufnehmen und Videos über Speicherkarten speichern können. Diese Geräte sollen sowohl in Asunción als auch in Ciudad del Este in großer Stückzahl verkauft werden.

Die Sorge besteht darin, dass einige Wähler diese Geräte nutzen könnten, um den Wahlbildschirm zu filmen und anschließend Nachweise über ihre Stimmabgabe vorzulegen – eine Praxis, die mit Mechanismen des politischen Drucks, der Stimmkontrolle oder der Wahlbeeinflussung in Verbindung gebracht wird.

Die Justicia Electoral erinnerte daran, dass die paraguayische Gesetzgebung den Wahlgeheimnis schützt und den Zutritt zur Wahlkabine mit Geräten, die das Aufnehmen, Aufzeichnen oder Übertragen von Bildern im Zusammenhang mit dem Wahlvorgang ermöglichen, ausdrücklich verbietet. Die Vorschrift umfasst nicht nur Mobiltelefone, sondern auch Foto- und Videokameras sowie jede andere technische Vorrichtung, die dazu verwendet werden könnte, die Stimmabgabe zu dokumentieren.

Die Wahlbehörden betonen, dass diese Einschränkungen darauf abzielen, die Freiheit des Wählers zu bewahren und zu verhindern, dass Dritte Nachweise über die in der Wahlkabine getroffene Wahl verlangen. Das paraguayische Wahlsystem sieht Sanktionen für Verhaltensweisen vor, die das Wahlgeheimnis verletzen oder die Transparenz des Wahlvorgangs beeinträchtigen.

Meldungen können unmittelbar bei den an den Wahllokalen stationierten Polizeibeamten oder direkt bei Vertretern der Staatsanwaltschaft erstattet werden, die während des gesamten Wahltages im Einsatz sein werden. Wahlvorsteher, Wahlbeobachter und Parteivertreter tragen ebenfalls besondere Verantwortung und sollen dazu beitragen, jede Situation zu verhindern, die die Rechtmäßigkeit der Stimmabgabe gefährdet.

Die Berichte kommen mitten in die letzten Vorbereitungen für Vorwahlen, die Hunderttausende Wähler im ganzen Land mobilisieren und dazu dienen werden, die kommunalen Kandidaturen und Parteifunktionäre für die Wahlen im Oktober zu bestimmen.

Quellen (1)

Aktualisiert: 07.06.2026, 06:26