Der ehemalige Minister für öffentliche Arbeiten und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Colorado-Partei im Umfeld von Mario Abdo Benítez, Arnoldo Wiens, hat den Richter Humberto Otazú abgelehnt, der für das Strafverfahren gegen ihn im sogenannten Metrobús-Fall zuständig ist. Der am Dienstag eingereichte Antrag zielt darauf ab, das Verfahren vorläufig auszusetzen.
Wiens wird von der Staatsanwaltschaft wegen Vertrauensbruchs und Beschädigung von Bauwerken angeklagt. Die Anklage wirft ihm vor, durch Entscheidungen während seiner Amtszeit als Minister zwischen 2018 und 2023 einen Vermögensschaden von etwa 15 Milliarden Guaraní für den Staat verursacht zu haben. Der Fall betrifft die Einstellung der Bauarbeiten für das Metrobús-Projekt im Großraum Asunción, das zunächst vom portugiesischen Unternehmen Mota-Engil durchgeführt wurde, sowie den anschließenden Befehl zur Zerstörung teilweise fertiggestellter Bushaltestellen.
Im Gegensatz dazu beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gegen Ramón Jiménez Gaona, Wiens’ Vorgänger im Ministerium während der Amtszeit von Horacio Cartes (2013–2018), unter dessen Führung das Projekt begonnen wurde.
In dem Ablehnungsantrag argumentiert die Verteidigung von Wiens, es bestehe ein „begründeter Zweifel“ an der Unparteilichkeit von Richter Otazú. Sie wirft dem Richter vor, die Anklage bereits am 11. August zugelassen zu haben – vor dem offiziell festgelegten Termin am 16. August und vor einer Entscheidung über einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Fristverkürzung. Zudem kritisiert Wiens, dass der Richter der Anklage bereits Wirkung verliehen habe, während andere Rechtsmittel seiner Verteidigung, wie ein Antrag auf Einstellung des Strafverfahrens, noch nicht entschieden worden seien. Dieser Antrag wurde später von Otazú abgelehnt.
Neben der Ablehnung des Richters hat Wiens vergangene Woche auch den Beschluss der Staatsanwaltschaft angefochten, der die Staatsanwälte Giovanni Grisetti, Nathalia Silva und Yeimy Adle als Vertreter der Anklage im Verfahren bestätigt.
