Abgeordnete deckt angebliches System bei der Staatsanwaltschaft auf, das die vom Staat zurückgeforderten Beträge reduziert

Die Abgeordnete Rocío Vallejo hat ein mutmaßliches System bei der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) angeprangert, durch das die vom Staat im Rahmen gerichtlicher Vergleiche mit privaten Unternehmen zurückgeforderten Beträge drastisch reduziert würden, während gleichzeitig hohe Anwaltskosten gezahlt würden. Die Vorwürfe werfen wichtige Fragen zur Governance und institutionellen Integrität der PGR auf, mit Auswirkungen auf das Vertrauen in das paraguayische Rechtssystem sowie für internationale Investoren und Beobachter, die an der Transparenz des Landes interessiert sind.

Die Abgeordnete Rocío Vallejo von der Partei Patria Querida (PPQ) hat ein mutmaßliches System innerhalb der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) aufgedeckt, das nach ihren Angaben die vom Staat in Zivilverfahren gegen Privatunternehmen eingezogenen Beträge drastisch reduziere und gleichzeitig hohe Anwaltsvergütungen genehmige.

Vallejo zufolge würde der Mechanismus in mindestens fünf Schritten ablaufen. Zunächst identifiziere die PGR Verfahren mit hohem wirtschaftlichen Wert, etwa Klagen zur Durchsetzung von Versicherungspolicen oder Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe – in den genannten Fällen lägen die ursprünglichen Forderungen über 4,5 Milliarden Guaraní. Anschließend würden die Verfahren per interner Verfügung anderen Staatsanwälten zugewiesen, mit dem Argument einer besseren Arbeitsorganisation.

Nach dem Wechsel der zuständigen Personen beginnen Verhandlungen mit den Beklagten, um gerichtliche Vergleiche zu schließen. Laut Vallejo stellen die schließlich akzeptierten Beträge nur einen Bruchteil dessen dar, was der Staat ursprünglich gefordert hatte: In einem der vorgelegten Beispiele wurde eine Forderung von über 4,5 Milliarden Guaraní für 720 Millionen Guaraní beglichen.

Während der vom Staat eingezogene Betrag sinke, blieben die Vergütungen der beauftragten Anwälte demnach hoch. Im untersuchten Fall hätten die Honorare rund 240 Millionen Guaraní betragen, was etwa einem Drittel des tatsächlich eingezogenen Betrags entspreche. Die Abgeordnete gibt an, dass eines der beteiligten Unternehmen angeboten habe, einen höheren Betrag zu zahlen, als die Staatsanwaltschaft schließlich akzeptiert habe.

Vallejo forderte eine Untersuchung, um festzustellen, ob die Vergleiche im Interesse des Staates zustande kamen oder ob ein System zum Vorteil bestimmter Privatinteressen betrieben wurde. Sie erklärte, dass der Fall hochrangige Beamte und Berater der PGR betreffen könnte, die die Vergleiche durch Gutachten und Verwaltungsakte genehmigt hätten, und dass die Sachverhalte unter Straftatbestände wie Untreue und andere Delikte gegen das öffentliche Vermögen fallen könnten.

Die Abgeordnete stellte zudem die kommissarische Leitung der PGR in Frage, die seit über acht Monaten ohne regulären Inhaber auskommt. Der ehemalige Generalstaatsanwalt Marco Aurelio González Maldonado, derzeit Mitglied des Direktoriums der Zentralbank Paraguays, hatte Rubén Elidio Gaona als kommissarischen Leiter eingesetzt, der die Institution weiterhin führt. Vallejo kündigte die Einbringung eines Gesetzentwurfs an, damit das Amt gemäß den gesetzlichen Verfahren dauerhaft besetzt werde.

Die PGR veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die Zahlung von Anwaltsvergütungen rechtfertigte und sich auf die Artikel 13 und 17 des Gesetzes 6837/2021 berief, die die Verteilung der Vergütungen als institutionelle Einnahmen regeln. Die Institution legte jedoch keine Details zu den Beträgen oder deren Verteilung dar. Kritiker weisen darauf hin, dass Artikel 21 desselben Gesetzes ausdrücklich verlangt, dass jedes Abkommen die Convenienz für den Staat rechtfertigen und die geltenden gesetzlichen Grenzen einhalten muss.

Dieser Bericht ist auch über Paraguay hinaus relevant, da er institutionelle und Governance-Herausforderungen aufzeigt, die das Vertrauen in das Rechtssystem und die Rechtssicherheit für ausländische Investoren und internationale Partner beeinträchtigen könnten. Er unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Verantwortlichkeit in der öffentlichen Verwaltung.

Quellen (1)

Aktualisiert: 06.06.2026, 00:32