Ab kommender Woche soll die Fähre zwischen Presidente Franco in Alto Paraná (Paraguay) und Puerto Iguazú in Argentinien erstmals Taxis, Vans und andere Touristenfahrzeuge mit Passagieren befördern. Die Änderung wurde am Dienstag durch die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens für den Empfangstourismus und die grenzüberschreitende Beförderung von Touristenfahrzeugen besiegelt.
Das Abkommen wurde von den Stadtverwaltungen von Presidente Franco und Puerto Iguazú sowie den Fährunternehmen Blasa Iguazú SRL und Intercom SACI unterzeichnet. Es erlaubt Fahrzeugen, die in ihren jeweiligen Ländern für den Tourismusverkehr zugelassen sind, Ausflüge und Besuche in Sehenswürdigkeiten der Nachbarstadt mit Passagieren aus ihrem Herkunftsland durchzuführen.
Bisher war die Fähre nicht für die Beförderung von Passagieren in Touristenfahrzeugen zugelassen. Das Abkommen betont, dass beide Städte eine Region von touristischer, kultureller, wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung bilden, geprägt durch ihre Nähe, die grenzüberschreitende Integration und den Austausch zwischen den Gemeinden. Zudem werden die Ziele als sich ergänzende Standorte innerhalb der Dreiländerregion zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien eingestuft.
Die Initiative soll den Empfangstourismus ausbauen, wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplätze schaffen sowie die Zusammenarbeit zwischen touristischen Dienstleistern beider Länder stärken. Die Durchführung bleibt jedoch von den Einreisebestimmungen, Zollvorschriften und den Genehmigungen der zuständigen nationalen Behörden abhängig. Die Stadtverwaltungen und Unternehmen sind für die lokale Zusammenarbeit und die Umsetzung des Dienstes verantwortlich.
Roque Godoy Jara, Bürgermeister von Presidente Franco und Mitglied der Partido Liberal Radical Auténtico (PLRA), erklärte, das Abkommen werde dazu beitragen, die Stadt als touristisches Ziel zu fördern. In einer von ABC Color veröffentlichten Stellungnahme bezeichnete er die Regelung als „neue Modalität“ und ein Verfahren „ohne rechtliche Hindernisse“, das den Unternehmen mehr Spielraum für die Gestaltung von Routen mit Attraktionen in Presidente Franco und Puerto Iguazú biete.
Claudio Raúl Filippa, Bürgermeister von Puerto Iguazú, betonte, die Verbindung dürfe nicht nur unter kommerziellen Gesichtspunkten betrachtet werden. Er forderte, die Initiative gemeinsam mit den nationalen Behörden beider Länder zu beschleunigen, zu dynamisieren und zu verwalten. Zudem bezeichnete er Presidente Franco als „Goldgrube“ mit Orten von großem Potenzial und verwies darauf, dass der Tourismus in vielen Ländern zu den wichtigsten Einnahmequellen zähle.
Oliver Urunaga, Vertreter von Intercom SACI, erklärte, die Region ziehe Besucher aus aller Welt an. Die Fährverbindung sei für Touristen ein Abenteuer, zudem schnell und sicher, und könne die Wartezeiten an den internationalen Brücken vermeiden. Die Strecke ermögliche auch Routen, die eine Rückfahrt über Brasilien – über die Ponte Tancredo Neves nach Foz do Iguaçu und anschließend über die Ponte da Amizade nach Ciudad del Este – einschließen.
Die Fähre verkehrt täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr im Stundentakt, die Überfahrt dauert 10 bis 15 Minuten. Der Preis beträgt 70.000 paraguayische Guaraní pro Person mit Fahrzeug sowie zusätzlich 20.000 Guaraní pro Mitfahrer. Fußgänger und Radfahrer zahlen 20.000 Guaraní, Motorräder 40.000 Guaraní.
