Alfredo Benítez bleibt Direktor der Post Paraguays während er auf Anhörung im Fall der Schuldschein-Mafia wartet

Alfredo Benítez bleibt Direktor für Verwaltungsmanagement bei der Nationalen Postdirektion Paraguays (DINACOPA), während er auf eine Anhörung zur bedingten Verfahrenseinstellung wartet. Ihm wird vorgeworfen, in 19 Vollstreckungsverfahren gefälschte Zustellungen vorgenommen zu haben. Die Einstellung würde eine Hauptverhandlung vermeiden, aber eine Wiedergutmachung von 100 Millionen Guaraní sowie weitere Auflagen erfordern – ohne einer Freisprechung gleichzukommen.

Alfredo Benítez bleibt Direktor der Post Paraguays während er auf Anhörung im Fall der Schuldschein-Mafia wartet

Alfredo Benítez bleibt Direktor für Verwaltungsmanagement bei der Nationalen Postdirektion Paraguays (DINACOPA), der staatlichen Behörde für den Postdienst des Landes. Er wartet auf eine Anhörung zur bedingten Verfahrenseinstellung im sogenannten „Schuldschein-Mafia“-Fall. Die Verhandlung ist für diesen Mittwoch, den 26. August, vor dem Haftrichter Rodrigo Estigarribia angesetzt.

Benítez, ehemaliger Gerichtsvollzieher am Friedensgericht von La Encarnación, wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, in 19 Vollstreckungsverfahren gefälschte Zustellungen vorgenommen zu haben. In seiner Aussage räumte er seine Beteiligung an einem System ein, das Inkassoklagen ohne Wissen der Betroffenen betrieb. Zudem übergab er freiwillig sein Mobiltelefon, das Nachrichten mit der damaligen Richterin Analía Cibils enthalten soll.

Die bedingte Verfahrenseinstellung wurde von den Staatsanwälten Belinda Bobadilla, Jorge Arce und Leonardi Guerrero beantragt und von der stellvertretenden Generalstaatsanwältin Gilda Villalba bestätigt. Benítez verzichtete auf die von ihm eingereichten Rechtsmittel gegen das für Wirtschafts- und Korruptionsdelikte zuständige Sondergericht, wodurch die Anhörung ermöglicht wurde. Sollte der Antrag bewilligt werden, entgeht er einer Hauptverhandlung, muss jedoch gerichtliche Auflagen erfüllen, darunter eine Wiedergutmachung in Höhe von 100 Millionen Guaraní. Die Einstellung kommt keiner Freisprechung gleich.

Die Staatsanwaltschaft hält Benítez‘ Aussage für relevant, um die Funktionsweise des Systems innerhalb des Gerichts aufzuklären und die Ermittlungen gegen Cibils voranzutreiben. In einer im Verfahren zitierten Erklärung gab Benítez an, die Richterin habe 35 Prozent der eingezogenen Gelder erhalten, und beschrieb Kontrollmechanismen sowie eine bevorzugte Behandlung bestimmter Anwälte. Die Vorwürfe hängen noch vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.

Benítez trat im November 2023 in die DINACOPA ein, nachdem er das Gericht verlassen und kurzzeitig bei der Nationalen Zivilluftfahrtbehörde gearbeitet hatte. Zunächst übernahm er die Leitung der Abteilung für Transparenz und Korruptionsbekämpfung, bevor er die Verwaltungsabteilung übernahm. Sein Dienstverhältnis wird als „Vertrauensposition“ eingestuft.

Die Generaldirektorin der DINACOPA, Nidia Rosa López de González, war ebenfalls in den „Goldwaschmittel“-Fall verwickelt, der sich auf Beschaffungen der Stadtverwaltung Asunción bezog. Sie erhielt eine bedingte Verfahrenseinstellung nach Vorwürfen wegen Untreue und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Als Auflage muss sie 200 Millionen Guaraní an die Stadt zurückzahlen und 15 Millionen Guaraní für die Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau von Caacupé aufbringen.

López gilt als Teil des politischen Teams von Raúl Latorre, dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, während Benítez Verbindungen zur Colorado-Partei (ANR) zugeschrieben werden. Die fortgesetzte Besetzung beider Positionen in Führungspositionen wirft Fragen zu den Ernennungskriterien und internen Kontrollmechanismen einer öffentlichen Institution auf, während die Justiz Vorwürfe in verschiedenen Korruptions- und Betrugsfällen prüft.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 27.08.2026, 00:19