Das Departamento Alto Paraná beherbergt 160 der insgesamt 324 in Paraguay registrierten Maquila-Unternehmen. Gleichzeitig stammen etwa 90 Prozent der unternehmerischen Anfragen, die bei der Regionalregierung von Alto Paraná eingehen, aus Brasilien. Diese Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Integration in der Grenzregion und stehen im Mittelpunkt der 17. Expo Paraguay Brasil, die vom 11. bis 13. November im TASK-Gelände des Parque Tecnológico Itaipú (PTI) in Hernandarias stattfindet.
Die Nähe zu Brasilien ermöglicht es Unternehmern, ihren Wohnsitz in Städten wie Foz do Iguaçu zu behalten und täglich nach Paraguay zu pendeln. Als weitere Vorteile für neue Geschäftsaktivitäten in der Region gelten das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften, die Verwendung der portugiesischen Sprache sowie die Möglichkeit, in brasilianischen Reais und US-Dollar zu operieren.
Die von der Paraguayanisch-Brasilianischen Handelskammer (CCPB) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Industrie und Handel (MIC) organisierte Messe soll dieses Interesse in Investitionen von über 600 Millionen US-Dollar umwandeln. Geplant sind mehr als 260 Stände, 300 Aussteller, 10.000 Besucher und rund 2.000 Geschäftstreffen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Themen „Technologie, Innovation und Industrie 4.0“. Das Programm umfasst Geschäftsrunden, Konferenzen, Aktivitäten für Start-ups sowie Bereiche für kleine und mittlere Unternehmen. Auch die 10. Expo Maquila ist Teil der Veranstaltung.
Marco Riquelme, Minister für Industrie und Handel, betonte, dass die paraguayische Strategie darauf abzielt, die brasilianische Industrie zu ergänzen, nicht zu ersetzen. „Wenn ein brasilianisches Unternehmen einen Teil seiner Produktionskette effizienter in Paraguay herstellen kann – unter Nutzung unserer Energie, unserer Kostenstruktur und unserer Investitionsregelungen – und diese Produktion anschließend wieder in seine regionale Wertschöpfungskette integriert, profitieren beide Länder“, erklärte er.
Besonders großes Potenzial sehen die Veranstalter in den Bereichen Autoteile und elektronische Komponenten, insbesondere Kabelbäume, Textilien und Bekleidung, Aluminium- und Kunststoffprodukte, Chemikalien und Biokraftstoffe sowie verarbeitete Lebensmittel und die Agrarindustrie. Ziel ist es, paraguayische Unternehmen in die Lieferketten Südbrasiliens einzubinden, vor allem in den Bereichen Automobilindustrie, Bauwesen, Konsumgüter und Agrarwirtschaft.
Die CCPB weist zudem auf Chancen außerhalb von Alto Paraná hin, etwa im Handel, der Agrarwirtschaft und im Tourismus. Für die Teilnehmer besteht das Hauptziel der Messe darin, Kontakte in Lieferantenbeziehungen, strategische Partnerschaften und Investitionsprojekte umzuwandeln, die auch nach Ende der Veranstaltung weiter vorangetrieben werden.
