Anzeige fordert Ermittlungen zu mutmaßlichen Erpressungen in Asuncións Restaurants

Eine beim Staatsanwalt eingereichte Strafanzeige verlangt die Untersuchung mutmaßlicher Kontrolleure, die im Namen der Stadtverwaltung Asunción von Gaststätten Zahlungen erpresst und die Ausstellung von Dokumenten angeboten haben sollen.

Anzeige fordert Ermittlungen zu mutmaßlichen Erpressungen in Asuncións Restaurants

Eine am 11. September 2026 bei der Staatsanwaltschaft eingereichte Strafanzeige fordert die Aufklärung mutmaßlicher Erpressungen, die gegenüber Restaurants im Namen der Verbraucherschutzbehörde der Stadtverwaltung Asunción verübt worden sein sollen. Der Fall betrifft bislang nicht offiziell identifizierte Personen, die sich als städtische Kontrolleure ausgegeben und gegen Zahlungen die Ausstellung von Dokumenten angeboten haben sollen.

Die Anzeige wurde von Bruno Martínez, der sich um ein Mandat im Stadtrat von Asunción bewirbt, und dem Anwalt Maximiliano Seiferheld bei der Abteilung für Wirtschafts- und Korruptionsdelikte eingereicht. Das Dokument nennt vorläufig mögliche Straftatbestände wie passive Bestechung, schwere Nötigung, Erpressung und unrechtmäßige Gebührenerhebung. Die Vorwürfe müssen noch von den Behörden überprüft werden.

Laut der Schilderung seien die mutmaßlichen Kontrolleure in Restaurants zu den Hauptmahlzeiten erschienen, hätten auf verschiedene administrative Mängel hingewiesen und mit unterschiedlich hohen Bußgeldern gedroht. Anschließend hätten sie angeboten, bei der Beschaffung von Zertifikaten, Schulungen, Formularen und medizinischen Untersuchungen zu helfen, die für städtische Verfahren erforderlich sind. Zudem hätten sie kostenlose Mahlzeiten und eine Anzahlung in Höhe der Hälfte des angeblichen Servicepreises verlangt.

Die der Anzeige beigefügten Chatverläufe deuten darauf hin, dass Dokumente oder Geld über einen „Sekretär“ im Rathaus selbst hinterlegt werden könnten. Seiferheld erklärte, der Fall umfasse auch die mutmaßliche Ausstellung eines gefälschten Zertifikats, und andere Gewerbetreibende hätten ähnliche Vorfälle gemeldet. Diese Aussage ist Teil der Anklage, ohne dass unabhängig bestätigt wurde, dass eine organisierte Struktur existiert.

Als einzige namentlich genannte Person erscheint im Dokument Diego Emmanuel Giménez Solís, Inhaber des Kontos, das drei Überweisungen eines Restaurantbesitzers in der Nähe des Zentrums von Asunción erhielt. Es handelte sich um 750.000 Guaraní am 13. April, 750.000 Guaraní am 16. April und 200.000 Guaraní am 3. Juni 2026. Die über die Banken Familiar und Ueno Bank getätigten Zahlungen belaufen sich auf insgesamt 1,7 Millionen Guaraní und trugen Verwendungszwecke wie „Zahlung Stadtverwaltung Dokumente“.

Die Anzeige fordert kriminaltechnische Untersuchungen der Handys mit den Chatverläufen, Zeugenaussagen der Beteiligten sowie Auskünfte der Stadtverwaltung Asunción. Zudem wird verlangt, dass die Stadtverwaltung klärt, ob Giménez Solís in einem dienstlichen oder vertraglichen Verhältnis zur Behörde steht oder stand, und eine Liste der Kontrolleure sowie die Protokolle der in der Region durchgeführten Kontrollen vorlegt.

Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Falls veröffentlichte Seiferheld auf Instagram, dass Giménez Solís einen Teil des Geldes zurückgezahlt habe. Eine mögliche Rückerstattung beweist für sich genommen weder die Herkunft der Zahlungen noch eine Beteiligung städtischer Mitarbeiter. Die Ermittlungen sollen klären, ob es sich um eine Einzeltat, einen externen Betrug oder die Verwicklung weiterer Personen handelte.

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Quellen (1)

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