Staatsanwaltschaft untersucht Copaco wegen mutmaßlicher Umleitung auf Privatkonten und fingierter Zahlungen in Asunción

Die Staatsanwaltschaft führt bei Copaco eine IT-forensische Untersuchung durch, um die mutmaßliche Umleitung von mehr als 1,1 Milliarden Guaraníes über fingierte Zahlungen an die Stadtverwaltung von Asunción und Überweisungen auf Privatkonten zu untersuchen.

Staatsanwaltschaft untersucht Copaco wegen mutmaßlicher Umleitung auf Privatkonten und fingierter Zahlungen in Asunción

Die Staatsanwaltschaft hat bei der Paraguayanischen Kommunikationsgesellschaft Copaco eine IT-forensische Untersuchung durchgeführt, um die mutmaßliche Umleitung von mehr als 1,1 Milliarden Guaraníes auf Privatkonten zu untersuchen. Drei Mitarbeiter des staatlichen Telekommunikationsunternehmens wurden wegen des Verdachts auf Untreue, Anstiftung zur Veränderung von Daten und Herstellung unechter Dokumente beschuldigt.

Die Maßnahme wurde von den Staatsanwältinnen Laura Giacummo und Belinda Bobadilla von der Sondereinheit für Wirtschaftsdelikte und Korruptionsbekämpfung (UDEA) angeordnet, einem für Korruptions- und Finanzstraftaten zuständigen Bereich der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler prüfen das Finanzverwaltungssystem (SAF), Zugriffsprotokolle und institutionelle Bankkonten von Copaco.

Der staatsanwaltschaftlichen Beschuldigung zufolge soll das Schema Anfang 2023 begonnen und sich im Verlauf der Jahre 2024 und 2025 fortgesetzt haben. Die Beteiligten sollen interne Zugangsdaten genutzt haben, um fingierte Zahlungen an die Stadtverwaltung von Asunción zu erfassen und Banküberweisungen zu autorisieren. Die Gelder sollen jedoch auf Konten von Beschäftigten und Dritten umgeleitet worden sein.

Die Ermittlungen beschreiben einen internen Vorgang, der auf der Veränderung von Buchhaltungsunterlagen und dem Missbrauch der Unternehmenssysteme beruhte, und keinen externen Angriff. In der Beschuldigung werden außerdem Überweisungen ohne tatsächliche Grundlage sowie das Hochladen mutmaßlicher kommunaler Rechnungen erwähnt, um den Vorgängen einen regulären Anschein zu geben.

Eine Anfang Januar 2026 durchgeführte Buchprüfung soll eine Buchung von mehr als 843 Millionen Guaraníes festgestellt haben, die mit 20 mutmaßlichen Rechnungen verknüpft war. Der Betrag fiel auf, weil die üblicherweise genehmigten Teilbeträge niedriger waren. Nachdem Erklärungen verlangt worden waren, soll der Eintrag aus dem System gelöscht worden sein.

Die forensischen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft sollen digitale Spuren der Löschung wiederhergestellt haben, darunter den Benutzer sowie Datum und Uhrzeit des Vorgangs. Später legten die Beschuldigten nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub eine Zusammenstellung mit 16 Papierrechnungen vor, um die Vorgänge zu rechtfertigen. Nach Darstellung der Beschuldigung wichen die Dokumente bei Beträgen, Nummerierung und Anzahl von den gelöschten Einträgen ab.

Der Fall wird vor dem Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten von Copaco untersucht. Das Unternehmen hat ein Betriebsdefizit und Verpflichtungen gegenüber der Sozialversicherung und der Steuerbehörde sowie ausstehende Gehaltszahlungen. Außerdem soll das staatliche Unternehmen Immobilien zum Verkauf angeboten haben, um dringende Verpflichtungen zu erfüllen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte die mutmaßliche Umleitung die Vermögenslage des Unternehmens verschärft haben.

Die Ermittlungen laufen innerhalb der gesetzlichen Fristen weiter. Die UDEA prüft weitere Bankkonten und Computersysteme; die Gesamthöhe eines möglichen Schadens kann noch steigen. Die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Ermittlungen und müssen im Gerichtsverfahren geprüft werden.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 29.08.2026, 01:00