Das Nationale Statistikinstitut (INE) von Paraguay hat erstmals eine detaillierte Karte der mehrdimensionalen Armut für die 263 Distrikte des Landes veröffentlicht, die extreme Ungleichheiten zwischen den Regionen offenbart. Die Daten, basierend auf der Nationalen Volks- und Wohnungszählung 2022 und der Indigenen-Zählung 2022, zeigen, dass Puerto Pinasco im Chaco mit 82,2 % seiner Bevölkerung in mehrdimensionaler Armut an der Spitze steht.
Die Gemeinden Teniente Esteban Martínez (78,3 %) und Teniente 1° Manuel Irala Fernández (75,3 %), ebenfalls in der Westregion gelegen, folgen auf der Liste der Gebiete mit den größten Mängeln. In diesen Orten leiden die Haushalte unter schwerwiegenden Entbehrungen in den Bereichen Bildung, Umwelt- und Wohnbedingungen.
Am anderen Ende der Skala verzeichnet Fernando de la Mora im Departamento Central die niedrigste Rate mit nur 0,9 % seiner Bevölkerung in mehrdimensionaler Armut. Lambaré (1,3 %), Villa Elisa (1,7 %), San Lorenzo (1,9 %) und Asunción (2,5 %) vervollständigen die Liste der Distrikte mit den besten Indikatoren.
Der Index bewertet vier gleich gewichtete Dimensionen: Arbeit und soziale Sicherheit, Wohnen und Dienstleistungen, Umwelt und Bildung. Als mehrdimensional arm gilt ein Haushalt, der Entbehrungen in einem Umfang von mindestens 26 % der Indikatoren anhäuft. Diese reichen von fehlendem Zugang zu Renten und Kinderarbeit bis hin zu Analphabetismus, unzureichender Sanitärversorgung und der Nutzung gesundheitsschädlicher Brennstoffe zum Kochen.
Auf nationaler Ebene sind die am weitesten verbreiteten Mängel mit den Lebensbedingungen verbunden: 42,3 % der Bevölkerung entsorgen ihren Müll unzureichend, 28,6 % nutzen Kohle oder Brennholz zum Kochen, 19,8 % haben keinen Zugang zu einer Rente und 17,3 % leben in Haushalten mit hoher wirtschaftlicher Abhängigkeit.
Die Studie zeigt zudem einen Abgrund zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Während 90,9 % der ländlichen Bevölkerung ihren Müll unzureichend entsorgen, sinkt dieser Wert im städtischen Bereich auf 19,9 %. Ebenso erreicht die Nutzung von Kohle oder Brennholz 61,9 % der ländlichen Haushalte, verglichen mit 13,3 % in den Städten.
Dieses neue Instrument wird es den lokalen und nationalen Behörden ermöglichen, die territorialen Lücken genau zu identifizieren und öffentliche Maßnahmen und Ressourcen auf die Gemeinden mit dem größten Bedarf an Infrastruktur und grundlegenden Dienstleistungen auszurichten.
