Brasilianische Zollbehörde ändert priorisierten Grenzübergang für Patienten an der Freundschaftsbrücke nach Unregelmäßigkeiten

Die brasilianische Zollbehörde (Receita Federal) hat das System für den priorisierten Grenzübergang an der Freundschaftsbrücke auf eine individuelle elektronische Registrierung umgestellt, nachdem Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Der Vorteil für Patienten mit regelmäßigen Behandlungen bleibt erhalten, was bei betroffenen Familien Proteste auslöste, die eine Rückkehr zu langen Wartezeiten befürchten.

Brasilianische Zollbehörde ändert priorisierten Grenzübergang für Patienten an der Freundschaftsbrücke nach Unregelmäßigkeiten

Der priorisierte Grenzübergang an der Internationalen Freundschaftsbrücke für Patienten, die regelmäßig nach Foz do Iguaçu reisen müssen, bleibt weiterhin bestehen, wird jedoch nun durch ein individuelles elektronisches Registrierungssystem mit verstärkter Kontrolle abgewickelt. Die brasilianische Zollbehörde (Receita Federal) stellte klar, dass der Vorteil nicht abgeschafft, sondern nach der Feststellung von Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung der Genehmigungen neu organisiert wurde.

Die Erklärung gab der Leiter der Zollstelle der Receita Federal, Marcelo Mossi, ab. Er begründete die Änderung mit der steigenden Zahl zugelassener Fahrzeuge und Fällen, in denen die Sonderfahrspur ohne Anwesenheit des Patienten genutzt wurde, für den die Genehmigung ausgestellt worden war. Besonders betroffen sind Familien aus Paraguay, die Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Krebspatienten und Menschen in Dialysebehandlung transportieren, die in Foz do Iguaçu regelmäßig Therapien in Anspruch nehmen.

Das System für den bevorzugten Grenzübergang wurde während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 eingeführt, um Patienten während der gesundheitlichen Einschränkungen die Reise zu erleichtern. Mit der Zeit stieg die Zahl der Genehmigungen auf über 500, was laut Mossi die Kontrolle erschwerte und Missbrauch ermöglichte, etwa wenn Fahrzeuge ohne den Patienten an Bord die Grenze passierten. „Man ging davon aus, dass das Kind im Auto sitzt. Doch was passierte? Oft war kein Kind im Fahrzeug“, berichtete der Zollbeamte.

Mit der Neuregelung muss nun jeder Fall individuell beantragt werden, wobei ein elektronisches Verfahren mit den erforderlichen Unterlagen eingeleitet wird. Die neue Regelung sieht ausdrücklich vor, dass der Patient während der Grenzüberquerung im Fahrzeug anwesend sein muss. Mossi versicherte, dass der Vorteil weiterhin besteht, und erklärte, dass bereits etwa 50 Familien mit autistischen Kindern innerhalb einer Woche nach Einführung des Verfahrens die neue Genehmigung erhalten hätten.

Die Änderung löste jedoch bei den betroffenen Familien Besorgnis aus. Am 14. Juli protestierten Eltern und Betreuer von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, die in Paraguay leben, vor der Dienststelle der Receita Federal in Foz do Iguaçu. Sie argumentierten, dass die Patienten ohne den bevorzugten Grenzübergang Wartezeiten von bis zu zwei oder drei Stunden in Kauf nehmen müssten, was bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung sensorische und Verhaltenskrisen auslösen könne. Die Demonstranten schätzten, dass über 400 Familien regelmäßig für private Therapien nach Brasilien pendeln.

Die Receita Federal betont, dass das neue System einen Ausgleich schaffen soll: Es gewährleistet schnelle Grenzübertritte für diejenigen, die sie wirklich benötigen, und verhindert gleichzeitig den Missbrauch des Vorteils durch bessere Nachverfolgbarkeit und individuelle Verantwortung. Die gemeinsame Regelung für das neue Verfahren, die bereits von der Receita Federal und der Bundespolizei unterzeichnet wurde, wartete nur noch auf die Unterschrift der Bundesstraßenpolizei, um vollständig in Kraft zu treten.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (1)

Aktualisiert: 20.08.2026, 08:06