Der Verkehr im Zentrum von Ciudad del Este geriet am Freitag erneut ins Chaos, mit kilometerlangen Staus und Wartezeiten von bis zu drei Stunden, um die Puente de la Amistad in Richtung Brasilien zu überqueren. Der Stillstand legte Hauptverkehrsadern wie die PY02 und die Avenida Monseñor Rodríguez lahm, während Fahrer mit einem chaotischen Szenario konfrontiert waren.
Laut Leonardo Roa, dem Leiter der städtischen Verkehrspolizei (Policía Municipal de Tránsito, PMT), liegt das Problem nicht auf der paraguayischen Seite, sondern an den strengen Zollkontrollen, die gemeinsam von der paraguayischen Zollbehörde und vor allem der brasilianischen Steuerbehörde (Receita Federal) durchgeführt werden. "Wir leiden praktisch unter den Folgen, weil die Kontrollen auf der anderen Seite viel strenger sind", so Roa und betonte, dass die brasilianische Behörde nur eine Einfahrtsspur freigab.
Der Beamte bedauerte, dass die Bevölkerung die Stadtverwaltung für eine Situation verantwortlich macht, über die sie keine Entscheidungsgewalt hat. "Wir haben keine internationalen Befugnisse, um deren Vorgehen zu bestimmen. Wir organisieren lediglich den Verkehr auf unserer Seite", unterstrich er. Zudem verschärften Ungeduld und mangelnde Toleranz unter den Fahrern an den Kreuzungen das Problem, was ständige Einsätze der Beamten zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses erfordere.
Neben den Kontrollen verwies Roa auf ein strukturelles Problem: Das kommerzielle und touristische Wachstum von Ciudad del Este übersteige die vor Jahrzehnten geplante Verkehrskapazität. "Das Zentrum wurde vor langer Zeit geplant, und damals hat sicher niemand diesen Boom vorhergesehen. Die Straßen sind für die heutige Fahrzeugmenge zu schmal", erklärte er. Er warnte, dass der Druck auf die Infrastruktur mit der geplanten Eröffnung neuer Großhandelsprojekte noch zunehmen werde.
Solange die gemeinsamen Kontrollen andauern, werden sich die schweren Staus wiederholen, besonders an Tagen mit hohem Grenzverkehr. Die PMT verwaltet weiterhin den Zugang zur Brücke, doch eine dauerhafte Lösung erfordert binationale Koordination und Anpassungen der städtischen Infrastruktur.
