Der Preis für Chia in Paraguay ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 % eingebrochen und sank von etwa 12.000 Guaraníes auf rund 6.000 Guaraníes pro Kilogramm. Landwirte aus den Departements Canindeyú und San Pedro führen den drastischen Rückgang auf einen mutmaßlich massiven Schmuggel des Produkts aus Brasilien zurück.
Laut den Produzenten gelangt die brasilianische Chia hauptsächlich über die Region Ypehú in Canindeyú ins Land, sättigt die Kapazität der Silos, verdrängt die nationale Produktion und drückt die Preise. Eustaquio Vera, einer der betroffenen Landwirte, betonte, dass das Produkt in Brasilien zu einem deutlich niedrigeren Preis gehandelt werde, was den illegalen Eintritt nach Paraguay begünstige.
Die Produzenten bezweifeln die Wirksamkeit der Kontrollen entlang der Route PY13 zwischen Curuguaty und Ypehú und behaupten, dass Lastwagen mit mutmaßlich brasilianischer Chia normal verkehren, selbst wenn Mitarbeiter der Dirección Nacional de Ingresos Tributarios (DNIT) anwesend sind.
Die DNIT bestreitet hingegen, dass es in dem Gebiet nachgewiesenen Schmuggel gebe. Mitarbeiter der Steuerbehörde erklärten, sie prüften die Dokumentation der transportierten Waren und könnten die Durchfahrt nicht verhindern, wenn die Lastwagen die entsprechenden Rechnungen vorlegten. Sie räumten jedoch ein, dass dieses Verfahren nicht mit Sicherheit feststellen lasse, ob die Chia in Paraguay angebaut oder zuvor aus Brasilien eingeführt wurde.
Angesichts der Krise warnen die Landwirte, dass sie bei den aktuellen Preisen kaum ihre Produktionskosten decken können – einschließlich Bodenbearbeitung, Saatgut, Betriebsmittel, Maschinen und Transport. Sie haben bereits Gespräche aufgenommen, um Kräfte zu bündeln, und schließen Mobilisierungen nicht aus, falls sie keine unmittelbare Reaktion der Behörden erhalten. Sie fordern strengere Kontrollen, eine effektive Bekämpfung des Schmuggels und Maßnahmen, die einen fairen Preis für die paraguayische Produktion wiederherstellen.
Wenn die Situation anhält, könnten viele Produzenten die Saison mit erheblichen Verlusten abschließen und den Chia-Anbau in den nächsten Zyklen aufgeben.
