Die Einlagen öffentlicher Gelder im paraguayischen Bankensystem erreichten im Juni 2026 einen Wert von 4,46 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 56 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres entspricht. Dies geht aus Daten des Wirtschafts- und Finanzministeriums (MEF) hervor. Von diesem Gesamtbetrag befanden sich rund 19,4 Billionen Guaraníes (3,19 Milliarden US-Dollar) in Landeswährung, während 1,27 Milliarden US-Dollar in US-Dollar gehalten wurden.
Das Instituto de Previsión Social (IPS), die paraguayische Sozialversicherungsanstalt, ist der größte einzelne Inhaber dieser Mittel und hält 78,2 Prozent der Sparbriefe (Certificados de Depósito de Ahorro, CDA), die 45,6 Prozent der gesamten öffentlichen Gelder ausmachen. Fast die Hälfte der Salden (48 Prozent) befindet sich auf Sichteinlagen und 6,4 Prozent auf Girokonten.
Die Mittel sind stark konzentriert und liegen bei nur vier Finanzinstituten: der Banco Nacional de Fomento (BNF), der Ueno Bank, der Banco Continental und der Sudameris Bank. Zusammen halten sie 68,8 Prozent des Gesamtbetrags. Das MEF rechtfertigt die Konzentration damit, dass diese Einheiten eine gute Solvenzklassifizierung mit starken und stabilen Tendenzen aufweisen.
Parallel dazu steht das IPS vor einem Sättigungsproblem. Während einer Sitzung des Verwaltungsrats warnte das Ratsmitglied Emilio Argaña, dass die Institution bereits die gesetzliche Gesamtgrenze von 55 Prozent für Investitionen im Bankensektor überschreitet und bei fast 65 Prozent liege. Dies verhindert neue Anlagen, selbst bei soliden Banken wie der Continental, die kürzlich ein Angebot für die Platzierung von Wertpapieren unterbreitet hat.
Angesichts dieses Szenarios fragte der Präsident des IPS, Isaías Fretes, ob die Satzung der Behörde Investitionen im Ausland ermöglicht, und signalisierte damit die Suche nach Alternativen zur Optimierung der Rendite der Pensionsfonds. Der Rat beschloss, ein Arbeitstreffen mit der Aufsichtsbehörde für Renten und Pensionen (Superintendencia de Jubilaciones) zu beantragen, um die regulatorischen Grenzen zu klären.
Die Situation ist besonders sensibel in Bezug auf die Ueno Bank, die mit der Grupo Vázquez SAE verbunden ist, deren ehemalige Partner Präsident Santiago Peña angehören. Anfang Juli räumte der Investitionsdirektor des IPS, Hugo Díaz, ein, dass die Behörde die einzige sei, deren Einlagen über der zulässigen individuellen Grenze lägen. Die offizielle Position änderte sich jedoch später, als das IPS in einer Mitteilung erklärte, es gebe keinen Beschluss, der einen Verstoß gegen die Vorschriften feststelle. Dies wurde als Unterstützung für die Bank interpretiert.
