Hernán Ysidro Rivas Román, ehemaliger Bürgermeister von Tomás Romero Pereira, meldete dem paraguayischen Rechnungshof (Contraloría General de la República, CGR) einen drastischen Vermögensrückgang. Sein Vermögen sank von 1,29 Milliarden Guaraníes (G.) im Jahr 2021 auf 185 Millionen G. im Jahr 2026. Diese Differenz von über 1,1 Milliarden G. gab er in seiner eidesstattlichen Vermögenserklärung zur Amtsniederlegung an, die er nach seinem Rücktritt zur Kandidatur für eine Wiederwahl bei den Kommunalwahlen im Oktober vorlegte.
In der jüngsten Erklärung führte Rivas lediglich Ersparnisse von 5 Millionen G., Bargeld in Höhe von 10 Millionen G. und ein unbebautes Grundstück im Wert von 170 Millionen G. auf. Die Erklärung aus dem Jahr 2021 enthielt jedoch Posten, die im aktuellen Dokument fehlen, wie neun Forderungen in Höhe von 425,58 Millionen G. (von Schuldnern wie Darío Rejala, Agrincol SRL und Triunfal SA), ein zweites Grundstück in Obligado im Wert von 250 Millionen G. und einen Scania-Laster im Wert von 500 Millionen G.
Unterdessen liegen die Anträge auf Intervention in der Gemeinde Tomás Romero Pereira seit drei Jahren in der Abgeordnetenkammer auf Eis. Der Regierungsblock und seine Verbündeten werden beschuldigt, Manöver wie 60-tägige Vertagungen und Beschlussunfähigkeit aufgrund fehlender Quoren zu nutzen, um die Überprüfung der Amtsführung von Rivas zu verhindern. Das lokale Gemeindeparlament (Junta Municipal) lehnte die Rechenschaftsberichte des Ex-Bürgermeisters fünf Jahre in Folge ab und verwies auf schwerwiegende Verdachtsmomente der Veruntreuung öffentlicher Gelder.
Die Staatsanwaltschaft schätzt den Vermögensschaden für die Gemeinde auf etwa 9 Milliarden G. Dies basiert auf Ermittlungen, die ein System doppelter Abrechnungen einschließen, bei dem die Gemeinde angeblich eigene Mittel für Bauprojekte verwendete und gleichzeitig millionenschwere Zahlungsanweisungen an externe Unternehmen für dieselben Leistungen ausstellte.
