Der Sieg von Boquerón prägte die paraguayische Kultur und ebnete den Weg für den Chaco-Feldzug

Der paraguayische Sieg bei Boquerón vor 94 Jahren ebnete den Weg für den Chaco-Feldzug und inspirierte Werke aus Musik, Literatur, bildender Kunst und Comics.

Der Sieg von Boquerón prägte die paraguayische Kultur und ebnete den Weg für den Chaco-Feldzug

Die Schlacht von Boquerón, deren 94. Jahrestag des paraguayischen Sieges auf den 29. September fällt, hinterließ Spuren, die über den Chaco-Krieg hinausreichen: Ihre Ereignisse inspirierten in Paraguay Musik, Literatur, bildende Kunst und Comics. An den Jahrestag wurde auch mit Gedenkveranstaltungen in Asunción und am früheren Fort erinnert.

Zwischen dem 9. und 29. September 1932 umzingelten paraguayische Truppen unter dem damaligen Oberstleutnant José Félix Estigarribia das von bolivianischen Streitkräften besetzte Fort. Die Stellung verfügte über Schützengräben, Maschinengewehrnester und schwere Waffen. Für den paraguayischen Vormarsch mussten Wege durch die Vegetation des Chaco geschlagen werden, um die Nachschubrouten abzuschneiden; auch große Hitze, schwieriges Gelände und Wassermangel prägten die Kämpfe.

Die bolivianische Besatzung unter Oberst Manuel Marzana ergab sich am 29. September, nachdem Wasser, Lebensmittel und Munition ausgegangen waren. Der Sieg war der erste große militärische Erfolg Paraguays im Chaco-Krieg, der von 1932 bis 1935 gegen Bolivien geführt wurde. Historiker heben neben dem strategischen Ergebnis auch die Wirkung auf die Moral der paraguayischen Truppen hervor.

Die Schlacht fand auf verschiedenen Wegen Eingang in die Kultur des Landes. In der Musik förderte der Krieg die epische Polka und den Gebrauch des Guaraní als verbindendes Element; „13 Tuyutí“ von Emiliano R. Fernández schildert die Erfahrungen der Soldaten. In der Literatur behandelte Augusto Roa Bastos die gesellschaftlichen Folgen des Konflikts in Werken wie „Hijo de hombre“. Der bildende Künstler Roberto Holden Jara porträtierte Kämpfer und die Landschaft des Chaco, während die Comicreihe „Epopeya“, geschaffen vom Schriftsteller Javier Viveros und den Zeichnern Enzo Pertile und Roberto Goiriz, Ereignisse des Krieges als Graphic Novel aufgriff.

In Asunción legten Mitglieder der Reserva Militar Activa Boquerón einen Blumenkranz im Nationalen Pantheon der Helden nieder. José Cáceres, Mitglied der Gruppe, sagte, die jährliche Ehrung halte die Erinnerung an die Kämpfer wach. Die Organisation gibt an, seit 2011 kontinuierlich zu trainieren, um bei Notfällen Unterstützung leisten zu können.

Der Sieg wird auch mit dem Tag des paraguayischen Soldaten in Verbindung gebracht. Die offizielle Gedenkveranstaltung fand am Montag, dem 28. September, in der Kaserne Quartel da Victoria in San Lorenzo statt. Am folgenden Tag erklärte Verteidigungsminister Óscar González, Boquerón habe das Vertrauen des Landes wiederhergestellt und den Weg für den paraguayischen Feldzug im Chaco geebnet.

Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen teilte mit, dass Canuto González Britos, 110 Jahre alt und wohnhaft in Luque, der einzige Veteran des Chaco-Kriegs ist, der derzeit als Leistungsempfänger in der Gehaltsliste geführt wird. Er erhält monatlich 40.586.728 Guaraníes an Rente, Zuschuss und Sozialhilfe. In der Gehaltsliste für September 2026 waren außerdem 3.954 Erben von Veteranen verzeichnet. Jeder von ihnen erhält eine monatliche Rente in Höhe von 24 täglichen Mindestlöhnen, entsprechend 2.676.048 Guaraníes.

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Quellen (6)

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