Die bewaffnete Gruppe, bekannt als Ejército del Pueblo Paraguayo (EPP), hat seit 2001 mindestens 17 Entführungen verübt und dabei mehr als 3 Millionen US-Dollar an Lösegeld erpresst. Zudem zwang sie Familien, Lebensmittel im Wert von fast 1 Million US-Dollar zu verteilen. Die erste dokumentierte Entführung betraf María Edith Bordón de Debernardi im November 2001, die nach 63 Tagen Gefangenschaft in Asunción freigelassen wurde.
Zu den bekanntesten Opfern zählt Cecilia Mariana Cubas Gusinky, die 2004 entführt und trotz Zahlung eines Lösegelds von 300.000 US-Dollar im Gefangenenlager ermordet wurde. Ein weiterer prägnanter Fall ist der von Luis Alberto Lindstron Picco, der 2008 im Norden des Landes entführt wurde, nach 43 Tagen freikam, aber 2013 ermordet wurde, nachdem er sich weigerte, weiterhin Erpressungen an die Gruppe zu zahlen.
Weitere bekannte Entführungen umfassen Fidel Santiago Zavala Serrati, der 2009 94 Tage festgehalten wurde, sowie Arlan Fick Bremm, der 2014 267 Tage in Gefangenschaft verbrachte. Der Polizeibeamte Edelio Morínigo wurde im Juli 2014 entführt und gilt bis heute als vermisst. Tragische Fälle markieren auch die Entführungen des Ehepaars Robert Natto und Érika Reiser, die 2015 ermordet wurden, sowie von Abrahán Fehr Banman, dessen Leiche erst 2018 gefunden wurde.
Das EPP entführte auch irrtümlich Opfer, wie Franz Wiebe Boschman, der 213 Tage in Gefangenschaft war und nach der Übergabe von Lebensmitteln im Wert von 100.000 US-Dollar freikam. In anderen Fällen, wie bei Félix Urbieta Ramírez, wurde das Opfer vermutlich von der abtrünnigen Gruppe Ejército del Mariscal López (EML), die mit dem EPP verbunden ist, getötet.
Jüngst wurde 2026 Almir De Brum Da Silva in Curuguaty entführt und verbrachte 103 Tage in Gefangenschaft, bevor er ohne Zahlung eines Lösegelds wieder auftauchte. Er ist bislang das jüngste Opfer der Gruppe. Laut dem Kommando für Innere Verteidigungsoperationen (CODI) zählt das EPP mindestens 13 der Behörden bekannte Mitglieder, darunter die Anführer Manuel Cristaldo Mieres, bekannt als Santiago, und Liliana Elizabeth Villalba Ayala, alias Anahí.
Die Entführungshistorie des EPP zeigt ein Muster aus Erpressung, Gewalt und Mord, vor allem im Norden Paraguays, wo die Gruppe ihre Operationsbasis hat. Die Behörden suchen weiterhin nach Lösungen, um diese Organisation zu bekämpfen und den Opfern sowie ihren Familien Gerechtigkeit zu verschaffen.