Der Dieselpreis in Paraguay ist in diesem Jahr um bis zu 39 Prozent gestiegen und setzt damit die gesamte Produktionskette unter Druck. Die Gefahr besteht, dass die Kosten an die Endverbraucher weitergegeben werden. Während die allgemeine Inflation laut der paraguayischen Zentralbank (BCP) bei 1,8 Prozent liegt, stieg der Preis für Standarddiesel an privaten Tankstellen auf bis zu 2.440 Guaraní pro Liter, während die Premium-Variante um 2.550 Guaraní teurer wurde. Das staatliche Unternehmen Petropar erhöhte die Preise für Standarddiesel um 2.040 Guaraní (32,6 %) und für Premium-Diesel um 2.250 Guaraní (28 %).
Die Auswirkungen sind besonders im Gütertransport spürbar, wo Kraftstoff mehr als die Hälfte der Betriebskosten ausmacht. Landwirte, Händler und Spediteure spüren bereits die höheren Frachtkosten, die sich voraussichtlich in den Ladenpreisen niederschlagen werden. Die Landwirtschaft, die in allen Phasen – von der Aussaat über die Ernte bis zum Transport – auf Diesel angewiesen ist, gehört zu den am stärksten betroffenen Sektoren, wobei kleine Betriebe besonders gefährdet sind, während große Betriebe Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind.
Auch der öffentliche Nahverkehr im Großraum Asunción ist betroffen. Die technische Tarifgrundlage, die die tatsächlichen Kosten des Dienstes widerspiegelt, steigt mit dem Dieselpreis, was höhere staatliche Subventionen erfordert, um die aktuellen Fahrpreise für die Nutzer erschwinglich zu halten.
Experten führen den Preisanstieg vor allem auf die internationalen Entwicklungen bei Rohöl und Heizöl – dem Referenzwert für Diesel – zurück, wobei der Heizölpreis aufgrund der Krise in der Straße von Hormus von etwa 2,5 auf 4,4 US-Dollar pro Gallone stieg. Der Ökonom Stan Canova, zitiert von ABC Color, erklärte, der Heizölpreis sei deutlich gestiegen, was sich direkt auf ein importabhängiges Land wie Paraguay auswirke, wobei lokale Anpassungen durch Terminkontrakte beeinflusst werden. Ohne sinkende Weltmarktpreise werde der inflatorische Druck voraussichtlich anhalten.
