Die paraguayische Steuer- und Zollbehörde (DNIT) und die Asociación de Bancos del Paraguay (Asoban) haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um eine digitale Plattform für den sicheren Austausch von Steuer- und Bankdaten zu schaffen. DNIT-Direktor Óscar Orué erklärte, das System solle im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen.
Die Vereinbarung wurde während der 2. Bankenkonvention Paraguays 2026 im Sheraton Asunción Hotel unterzeichnet. Sie sieht vor, dass Banken auf Steuererklärungen ihrer Kunden zugreifen können – allerdings nur mit deren ausdrücklicher elektronischer Zustimmung. Orué betonte, der Zugriff sei gezielt und nicht auf die gesamte Steuerhistorie ausgeweitet.
Ziel ist es, das Kreditrisiko zu verringern, indem Finanzinstitute die bei der DNIT gemeldeten Daten direkt überprüfen können. So sollen Diskrepanzen vermieden werden, bei denen Kunden gegenüber Banken und Steuerbehörden unterschiedliche Umsätze angaben. Gleichzeitig erhält die DNIT die Möglichkeit, Bankdaten digital und effizienter in ihre Kontrollverfahren einzubeziehen.
Parallel arbeitet die DNIT mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium (MEF) am Staatshaushalt 2027. Der geschäftsführende Direktor der DNIT, Braulio Ferreira, kündigte an, Sonderregelungen wie die für Maquila-Unternehmen und Investitionen zu überprüfen, um die Einnahmen zu steigern – ohne Steuererhöhungen. Dies entspricht einer Vorgabe der Regierung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Regulierung von Kryptoassets. Orué erklärte, dass steuerpflichtige Bürger bis Februar 2027 Einnahmen aus solchen Geschäften deklarieren müssen, damit die DNIT spätere Kontrollen durchführen kann.
Die Steuereinnahmen im Juli stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 % auf insgesamt 4,1 Billionen Guaraníes. Orué wies darauf hin, dass der schwache Dollar-Kurs weiterhin die Zolleinnahmen belastet, dieser Effekt jedoch teilweise durch das Wachstum der Binnensteuern ausgeglichen werde. Für 2026 wird ein Einnahmeplus gegenüber 2025 erwartet.
Für das kommende Jahr rechnet die DNIT mit einem Steueraufkommen, das um 7% bis 9% höher ausfällt. Zudem treibt die Behörde ein vom Interamerikanischen Entwicklungsbank (IADB) finanziertes Programm im Umfang von 30 Millionen US-Dollar voran, um ihre institutionellen und technologischen Kapazitäten zu stärken – unter anderem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.
