Das paraguayische Außenministerium teilte Vertretern der Wirtschaft mit, dass es unter den Mercosur-Staaten noch keine Einigung über die Methode zur Aufteilung der Exportquoten gibt, die im Handelsabkommen mit der Europäischen Union (EU) vorgesehen sind. Das Treffen fand am Montag, dem 18. August, in Asunción statt und wurde vom Außenminister Rubén Ramírez Lezcano geleitet.
An der Besprechung nahmen Vertreter von Organisationen wie dem Paraguayischen Landwirteverband (ARP), der Paraguayischen Fleischkammer (CPC), dem Paraguayischen Zucker- und Alkoholzentrum (CAAP), der Paraguayischen Reisexporteurskammer (CAPARROZ), dem Paraguayischen Geflügelzüchterverband (AVIPAR), der Produktionsgremienunion (UGP) und der Paraguayischen Kammer für Exporteure und Händler von Getreide und Ölsaaten (Capeco) teil.
Laut dem Außenministerium haben die Mitgliedstaaten des Mercosur noch keine Einigung darüber erzielt, wie die Exportvolumina für den europäischen Markt aufgeteilt werden sollen, da die Partner unterschiedliche Vorschläge unterbreitet haben. Paraguay setzt sich öffentlich für eine gleichmäßige Verteilung von 25 Prozent der Quoten auf jedes der vier Mitgliedsländer ein – eine Position, die von der lokalen Privatwirtschaft einhellig unterstützt wird.
Außenminister Ramírez Lezcano betonte, dass das Land keine Privilegien anstrebe, sondern Fairness. Die Glaubwürdigkeit des Blocks hänge davon ab, dass die Vorteile der Integration alle Mitglieder gerecht erreichten. Bereits im Juni hatte er während des Mercosur-Gipfels in Paraguay Bedenken geäußert, da die zunächst vorgeschlagenen Volumina für das Land nicht dessen Produktionskapazitäten widerspiegelten.
Die Behörden und die Wirtschaftsvertreter waren sich einig, dass technische Lösungen gefunden werden müssen, um die Verhandlungen voranzubringen und eine Einigung mit Argentinien, Brasilien und Uruguay zu erzielen. Das Außenministerium verpflichtete sich, die Abstimmung mit der Privatwirtschaft fortzusetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit paraguayischer Produkte zu verteidigen und deren Zugang zum europäischen Markt zu sichern.
Das Assoziierungsabkommen zwischen Mercosur und EU wurde am 17. Januar dieses Jahres unterzeichnet, nach über 25 Jahren Verhandlungen. Der handelspolitische Teil trat am 1. Mai vorläufig in Kraft, wartet jedoch noch auf die endgültige Ratifizierung durch das Europäische Parlament, das den Text dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorgelegt hat. Das Abkommen schafft einen potenziellen Markt mit 700 Millionen Menschen und sieht die Liberalisierung von über 90 Prozent der Zölle vor.
