Brasilien hat die Sicherheitskontrollen an der Grenze zu Paraguay erheblich verstärkt. Ein umfangreiches Militäraufgebot, das Panzer und bewaffnete Truppen auf der Puente de la Amistad (Freundschaftsbrücke) umfasst, der wichtigsten Landverbindung zwischen Ciudad del Este und Foz do Iguaçu, ist im Einsatz. Die Operation mit dem Namen „Operação Ágata Arco Sul-Sudeste 2026“ (Operation Agata Bogen Süd-Südost 2026) wurde am 20. Juli vom brasilianischen Verteidigungsministerium eingeleitet und involviert die Streitkräfte, die Bundespolizei (Polícia Federal), den Zoll und Umweltbehörden.
Die Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen fällt mit dem Beginn der Winterferien in Argentinien zusammen, einer Zeit, in der traditionell Tausende von Touristen die Grenze überqueren, um in Ciudad del Este einzukaufen, angezogen vom günstigen Wechselkurs und der Vielfalt an Importwaren. Die massive Militärpräsenz und die strengen Kontrollen – einschließlich der Durchsuchung von Gepäck, Fahrzeugen und Dokumenten – verursachen jedoch lange Staus und schrecken die Einkäufer ab.
Der Schwerpunkt der Operation liegt in der Region der Dreiländergrenze (Triple Frontera), die als strategisch bedeutsames und komplexes Gebiet gilt. Das erklärte Ziel ist die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, des Schmuggels, des Drogenhandels und von Umweltverbrechen. Neben der Bodenüberwachung ist die brasilianische Marine auf den Flüssen Paraná und Iguaçu im Einsatz, während die Luftwaffe Überwachungsflüge in der Region durchführt.
Das für die Koordination der Maßnahmen eingerichtete Gemeinsame Kommando Tamandataí vermied es zunächst, aus Sicherheitsgründen Einzelheiten zur Operation preiszugeben. Die Auswirkungen auf den Handels- und Tourismusverkehr sind jedoch bereits spürbar, wobei sich auf beiden Seiten der Grenze lange Schlangen von Autos, Bussen und Lastwagen bilden.
