Mitarbeiter protestieren in Asunción gegen Verschlechterung von Dienstleistungen und Rechten nach drei Jahren Regierung

Mitarbeiter verschiedener Sektoren protestieren in Asunción gegen die Verschlechterung der öffentlichen Dienstleistungen, die Prekarisierung der Arbeit und die hohen Lebenshaltungskosten. Sie machen die Regierung von Santiago Peña verantwortlich, die drei Jahre im Amt ist. Ein Analyst hebt hingegen die gestärkte Steuererhebung als positive Leistung hervor.

Mitarbeiter protestieren in Asunción gegen Verschlechterung von Dienstleistungen und Rechten nach drei Jahren Regierung

Biomedizinische Fachkräfte und pharmazeutisch-chemische Angestellte protestierten am Donnerstag vor dem Gesundheitsministerium in Asunción und forderten eine Gehaltsanpassung nach über einem Jahrzehnt ohne Erhöhungen sowie eine Reduzierung der Arbeitszeit. Eine Sprecherin der Gruppe betonte, dass viele trotz eines sechsjährigen Studiums und weiterer Qualifikationen nur den Mindestlohn erhielten, und erklärte: „Auch wir sind Helden in Weiß.“

Am darauffolgenden Freitag versammelten sich verschiedene Gewerkschaften und soziale Organisationen an der Avenida Mariscal López vor der Präsidentenresidenz Mburuvicha Róga zu einem Cacerolazo, um das dreijährige Bestehen der Regierung von Santiago Peña zu markieren. An der Mobilisierung beteiligten sich Mitarbeiter aus dem Gesundheits- und Bildungssektor sowie Beamte, was zu teilweisen Verkehrsbehinderungen in der Hauptstadt führte.

Vertreter der Sozialversicherungsanstalt (Instituto de Previsión Social, IPS) warnten vor der kritischen Lage der Einrichtung, die unter einem Mangel an grundlegenden Materialien, Medikamenten und Betten leide. Marina Ayala, eine Vertreterin der Beschäftigten, erklärte, dass über tausend Pflegekräfte aufgrund von Überlastung und Arbeitskollaps gekündigt hätten und tausende befristet Mitarbeiter nicht einmal den Mindestlohn erhielten.

Lehrervertreter der Organisation der Bildungsbeschäftigten Paraguays (OTEP-SN) übten scharfe Kritik an vom Parlament beschlossenen Reformen der Regierung, darunter das Gesetz zur Rentenaufsicht, Änderungen am Arbeitsgesetzbuch und die Reform der Beamtenpensionskasse. Diese Maßnahmen würden einen Rückschritt bei erkämpften Rechten darstellen. Die Lehrerin Blanca Ávalos betonte, dass fast 90 Prozent der Bevölkerung große Schwierigkeiten hätten, ihre Familien zu ernähren, während offizielle makroökonomische Indikatoren eine „Blase“ des Wohlstands suggerierten.

Als Gegenposition zu den Vorwürfen hob ein Wirtschaftsexperte die Gründung der Nationalen Direktion für Steueraufkommen (Dirección Nacional de Ingresos Tributarios, DNIT) – entstanden aus der Fusion der Steuerunterabteilung und der Zollbehörde – als wichtigste wirtschaftliche Leistung der Regierung Peña hervor. Die DNIT habe die Steuereinnahmen gestärkt. Gleichzeitig warnte der Experte jedoch vor den Herausforderungen, die die Wechselkursvolatilität für die Privatwirtschaft mit sich bringe, die nach mehr Verlässlichkeit verlange.

Die Demonstranten machten die Regierung für die Verschlechterung der öffentlichen Dienstleistungen, die Prekarisierung der Arbeit und die steigenden Lebenshaltungskosten verantwortlich. Sie kündigten an, ihre Protestmaßnahmen fortzusetzen und zu verstärken, bis die Regierung öffentliche Politiken umsetze, die den dringenden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht würden.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (5)

Aktualisiert: 15.08.2026, 01:00