Fünf brasilianische Staatsbürger wurden am Montagnachmittag, dem 24. August 2026, bei drei gleichzeitigen Durchsuchungen in La Paloma del Espíritu Santo im Departamento Canindeyú festgenommen. Im Rahmen der Operation Espejismo wurden Sturmgewehre, Gewehre, Schrotflinten, Pistolen, Munition, elektronische Geräte sowie zwei in Brasilien als gestohlen gemeldete Fahrzeuge sichergestellt.
Die Einsätze fanden gegen 17:30 Uhr statt und wurden vom Staatsanwalt von Ciudad del Este, Osvaldo Zaracho, auf Grundlage eines von der Richterin für Strafgarantien Paola Nagele ausgestellten Durchsuchungsbefehls im Verfahren Nr. 13.124/2026 geleitet. Beteiligt waren Beamte der Nationalpolizei, der Abteilung für internationale polizeiliche Zusammenarbeit sowie der Ermittlungsabteilung für Straftaten in Canindeyú.
Unter den Festgenommenen befinden sich Douglas Fernando de Jesús Hartkoff, der in Brasilien wegen vorsätzlichen Mordes gesucht wird, und Luiz Gustavo Alves, der wegen Drogenhandels gesucht wird. Der zunächst als Maikon Lucas Ramos Lima identifizierte Mann wurde später als Eder Oliveira da Silva (28) erkannt, der ebenfalls wegen Drogenhandels gesucht wird. Cleverson Gonçalves und Tayla Gomes de Campos, beide volljährig, vervollständigen die Liste.
Nach Angaben der Behörden bezieht sich der Name Espejismo auf körperliche Veränderungen, die Douglas Hartkoff zugeschrieben werden. Er soll sich einer Operation zur Verlängerung der Beine um 5 Zentimeter unterzogen und außerdem sein Gesicht verändert haben. Dadurch soll sich sein Erscheinungsbild sowie die registrierte Körpergröße von 1,70 auf 1,75 Meter verändert haben.
Das sichergestellte Arsenal umfasst zwei Sturmgewehre der Kaliber 7,62 und 5,56, ein Gewehr im Kaliber .223 mit zwei Magazinen, einen Winchester-Revolver im Kaliber .357, Schrotflinten – darunter eine doppelläufige im Kaliber 12 –, eine Pistole mit Feuerwahlhebel und erweitertem Magazin, Sammlerwaffen, Airsoft-Repliken, Zielfernrohre sowie nicht abgefeuerte Patronen.
Ebenfalls beschlagnahmt wurden ein schwarzer Toyota Fortuner (Baujahr 2022) und ein grauer Volkswagen Tiguan (Baujahr 2026). Beide Fahrzeuge waren in Brasilien als gestohlen gemeldet. Mobiltelefone und ein Laptop werden forensisch untersucht, während die Waffen auf ihre Rückverfolgbarkeit geprüft werden sollen, um einen möglichen Einsatz bei Straftaten in Paraguay oder Brasilien festzustellen.
Der Kommandant der Nationalpolizei, Generalinspekteur César Roberto Silguero Lobos, erklärte, die Ermittler prüften mögliche Verbindungen der Gruppe zum Primeiro Comando da Capital (PCC), einer brasilianischen Verbrecherorganisation mit Aktivitäten in der Dreiländerregion, sowie zum Handel mit gefälschten Medikamenten, darunter Tirzepatid. Diese Vermutung ist noch nicht bestätigt. Hauptkommissar Carlos Duré teilte mit, dass die Polizei zudem einen möglichen Zusammenhang mit einer Operation vom 12. August in Ciudad del Este untersucht, bei der zwei Brasilianer festgenommen wurden, die im Verdacht stehen, einer Fälschergruppe für Tirzepatid anzugehören.
Die fünf Festgenommenen wurden zum Ermittlungsdepartement der Nationalpolizei in Asunción gebracht. Andere Berichte nennen eine mögliche anschließende Überstellung nach Luque. Die Behörden prüfen den Aufenthaltsstatus der Festgenommenen und werden anschließend eine mögliche Ausweisung bewerten.
