Petropar steigt in den Markt für Flugkraftstoffe ein und plant fünf Anlagen in Paraguay

Das staatliche Unternehmen Petropar hat in Paraguay mit dem Verkauf von Jet A-1 und AVGAS begonnen. Eine Anlage in Encarnación ist bereits in Betrieb, fünf Standorte sind geplant. Die Umsetzung erfolgt über eine öffentlich-private Partnerschaft, die keine direkten Investitionen der Staatsfirma in die Infrastruktur erfordert.

Petropar steigt in den Markt für Flugkraftstoffe ein und plant fünf Anlagen in Paraguay

Die Petróleos Paraguayos (Petropar) hat offiziell den Einstieg in den Markt für Flugkraftstoffe vollzogen und vertreibt nun Jet A-1 und AVGAS. Der Startschuss fiel am 24. August am Internationalen Flughafen Encarnación in Capitán Miranda, in Anwesenheit von Präsident Santiago Peña, Vizepräsident Pedro Alliana und Vertretern des Staatsunternehmens.

Das Projekt sieht fünf Tankanlagen im Land vor. Die erste ist bereits in Encarnación in Betrieb, weitere sollen am Internationalen Flughafen Silvio Pettirossi in Luque, am Internationalen Flughafen Guaraní in Minga Guazú nahe Ciudad del Este sowie in Mariscal Estigarribia und Concepción entstehen. Unklar ist noch, ob zunächst nur eine oder drei Anlagen den Betrieb aufnehmen werden.

Jet A-1 wird vor allem von Flugzeugen mit Turbinenantrieb genutzt, wie sie in der kommerziellen Luftfahrt üblich sind. AVGAS hingegen kommt hauptsächlich in Maschinen mit Kolbenmotoren zum Einsatz. Die neuen Kraftstoffe richten sich an Fluggesellschaften, die allgemeine Luftfahrt, Geschäftsflieger und staatliche Betreiber.

Petropar-Präsident William Wilka betonte, dass das Unternehmen damit sein bisher auf Kraftstoffe für den Straßenverkehr beschränktes Angebot erweitert. „Ab heute sind wir auch in der Luft präsent – mit paraguayischem Kraftstoff, paraguayischem Service und paraguayischer Qualität“, erklärte er.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Wie Wilka erläuterte, übernimmt der private Partner die Investitionen in Infrastruktur und Ausrüstung, während Petropar die Nutzung seiner Marke einbringt und eine Vergütung erhält, die sich am Umsatzvolumen und den Verkäufen orientiert. Name des Partners und Höhe der Investitionen wurden nicht öffentlich bekannt gegeben.

In einem späteren Gespräch erklärte Wilka, das Modell sei nach einem Ausschreibungsverfahren festgelegt worden. Ziel sei es, für das Staatsunternehmen Erträge zu erwirtschaften, ohne selbst in die Infrastruktur zu investieren. Die Strategie ziele darauf ab, die Markenpräsenz in einem als wettbewerbsintensiv und volumenmäßig begrenzt geltenden, aber für den Flughafenbetrieb wichtigen Segment zu stärken.

Petropar versichert, dass spezialisierte Geräte, geschultes Personal und Verfahren eingesetzt werden, die den nationalen und internationalen Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen. Die Betankung soll über die Petropar-Flottenkarte erfolgen, ein Instrument zur Kontrolle und Rückverfolgbarkeit der Vorgänge.

Laut Unternehmensangaben hält Petropar derzeit einen Marktanteil von etwa drei Prozent im Bereich Flugkraftstoffe. Als erste Zielmarke peilt das Unternehmen rund zehn Prozent an, langfristig strebt es eine Beteiligung von nahezu 50 Prozent an. Diese Zahlen sind Unternehmensziele und keine bereits nachgewiesenen Ergebnisse. Die verkauften Kraftstoffe werden importiert. Zudem prüft Petropar, sein Labor aufzurüsten, um künftig nachhaltige Flugkraftstoffe anbieten zu können.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (14)

Aktualisiert: 26.08.2026, 01:00