Paraguay startet GuaraníSat-2 für Tests von Raumfahrttechnik

Paraguays zweiter Satellit wurde im Land entwickelt. Er soll Solarpaneele und Bildverarbeitung testen sowie eine magnetische Anomalie vermessen, die sich über Teile des Landes erstreckt.

Paraguay startet GuaraníSat-2 für Tests von Raumfahrttechnik

GuaraníSat-2, Paraguays zweiter Satellit, ist am Donnerstag, dem 1. Oktober, an Bord einer SpaceX-Rakete gestartet und etwa eine Stunde nach dem Start ausgesetzt worden, wie die Zeitung Hoy berichtet. In einem Interview mit staatlichen Medien, das Agencia IP und El Nacional wiedergaben, hatte Alejandro Román, Direktor für die Umsetzung und Entwicklung von Raumfahrtprojekten bei der paraguayischen Raumfahrtagentur (AEP), einen für 15 Uhr paraguayischer Zeit geplanten Start angekündigt.

Der Nanosatellit misst 30 × 10 × 10 Zentimeter und wiegt weniger als vier Kilogramm. Er ist der erste vollständig in Paraguay entwickelte Satellit. Mehr als 40 Fachleute und Mitwirkende aus dem In- und Ausland waren daran beteiligt. Die Umwelttests fanden im Ausland statt.

Die Mission soll Solarpaneele des italienischen Unternehmens Astradine testen, Amateurfunkdaten weiterleiten und einen Chip des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA zur Verarbeitung und Speicherung von Bildern erproben. Die Technologie wurde bereits bei Marsmissionen eingesetzt. Ein weiteres Experiment der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Nationalen Universität Asunción (FIUNA) soll die südatlantische magnetische Anomalie vermessen, die Teile Paraguays und Brasiliens umfasst.

Eine Bodenstation am Spacelab der Nationalen Universität Asunción wird Daten empfangen und Befehle senden. Die Aktivierung der Systeme war etwa sechs Minuten nach dem Aussetzen des Satelliten vorgesehen. Die Mission soll voraussichtlich zwei Jahre dauern. Der Satellit ist so ausgelegt, dass er beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vollständig zerfällt.

Die Tests sollen in die Planung des Erdbeobachtungssatelliten GuaraníSat-3 einfließen.

Laut Román absolvierte GuaraníSat-1, der von Paraguayern in Japan entwickelt wurde und 2021 startete, eine 18-monatige Mission zur Überwachung des Überträgers der Chagas-Krankheit mithilfe von Bodensensoren im Chaco. Im selben Interview mit staatlichen Medien erklärte er, dass die AEP und die japanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA) in den nächsten drei Jahren Kapazitäten für Umwelttests in Paraguay schaffen wollen.

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Quellen (3)

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